Verwandlung von Frau zu Statue, von Statue zu Frau: ein solcher Vorfall scheint von vornherein wie geschaffen für novellistisches Erzählen. Volker Klotz hat dieses Sujet aufgespürt und durch etliche Jahrhunderte verfolgt, besonders einläßlich seit der Romantik. Und zwar durch mehrere Literaturen: lateinische, deutschsprachige, französische, spanischen, portugiesische und mexikanische.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2001
Wenig Begeisterung bringt der Rezensenten Tilman Spreckelsen für Volker Klotz` Studie zur "belebten Statue" in der Literatur auf. Weder setze sich Klotz mit Sekundärliteratur zu diesem Thema auseinander noch würden die zwar "überzeugende Mikroanalyse" und genauen Beobachtungen zur Erzählstruktur über den begrenzten Bereich der immanenten Textanalyse hinausgehen. Das sei einfach zu wenig bei einem solchen Thema, das der Rezensent als Forschungsdesiderat bezeichnet. Außerdem sei das Buch zwar in einem "assoziationsreichen, betont flüssigen Stil" geschrieben, dies führe aber des öfteren zu unnötigen Wiederholungen. Dennoch hat der Rezensent Lust zur Lektüre bekommen - und zwar auf die in diesem Buch analysierten, weniger bekannten Bücher. Ein Ergebnis, das ihn dann abschließend doch ein wenig versöhnt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "S. H." erwärmt sich in seiner Kurzkritik zwar für das Thema dieses Bandes, aber nicht für die Ausführung. Das Buch sei in einem "Plauderton geschrieben, den man keiner Seminararbeit zugestehen würde". Den Rezensenten stört, dass Klotz die literarischen Motive der Frauenstatue, die entweder in Heiligkeit erstarrt oder sich zum Zweck der Sinnenfreude aus der Pose löst, nur mit eigenen Mitteln zum Verständnis bringen will, dass er keine Fußnoten setzt und auch keine Sekundärliteratur benutzt. Lobenswert erscheint dem Rezensenten immerhin, dass er auch unbekanntere Erzählungen wie "Frau Venus" von Franz von Gaudy oder "O defunto" von José Maria Eca de Querioz analysiert.
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