Vom Vorabend der Französischen Revolution bis zum Ende des "Dritten Reiches" spannt sich der Bogen dieser glänzenden historischen Reportagen, in denen Volker Ullrich Schlüsselsituationen der Geschichte nachspürt. Wie kaum ein anderer vereinigt der bekannte "Zeit"-Publizist die Tugenden eines Historikers und die eines Journalisten miteinander. So sind auch diese Momentaufnahmen spannend erzählt und zugleich von mustergültiger historischer Genauigkeit. Nicht nur Leser der "Zeitläufe" ("Zeit"), in denen einige dieser Beiträge zuerst in gekürzter Form erschienen sind, werden die Buchausgabe dieser Kabinettstücke begrüßen, mit denen Volker Ullrich seit vielen Jahren das historisch interessierte Publikum erfreut.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2003
Ausgesprochen spannend, wenn auch ein bisschen pädagogisch angehaucht findet der Rezensent mit dem Kürzel "uha" diese Sammlung von ursprünglich in der "Zeit" erschienenen historischen Reportagen von Volker Ullrich: die Geschichten verweisen "offensichtlich in didaktischer Absicht und leicht mahnend auf die Schattenseiten der jüngeren deutschen Geschichte" . Trotzdem liefern die insgesamt 18 Geschichten interessante Einblicke in die Zeit zwischen der Französischen Revolution und dem Zweiten Weltkrieg, in der Deutschland "seine Demokratisierung verpasste und eine Diktatur errichtete". Auch die Art, mit der Ulrich seine Erzählungen aufbaut, gefällt dem Rezensenten: die Geschichte fangen oft mit Anekdoten und "unerhörten Begebenheiten" an und schließen von da aus auf die politischen Rahmenbedingungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2002
Der Rezensent Frank Ebbinghaus ist recht angetan von der Art und Weise wie Volker Ulrich, von Beruf Journalist bei der Zeit, sein historisches Wissen aufbereitet und der Öffentlichkeit präsentiert. Sein neues Buch ist nach Ebbinghaus? Meinung ein Beispiel dafür, "dass man pointiert schreiben kann, ohne wissenschaftliche Standards zu verraten". Das ist hierzulande gerade in der historischen Forschung keineswegs eine Selbstverständlichkeit, bemerkt der Rezensent, denn in akademischen Kreisen "stehen literarische Ambitionen [?] unter dem Generalverdacht der Affirmation". Thematisch ist dieses Buch ausgesprochen vielseitig, trotzdem lässt sich nach Ebbinghaus Meinung ein Leitthema ausmachen und das heißt: "Deutschland und die westliche Moderne". Besonders gelungen findet er Ulrichs Biografien und Reportagen, lediglich bei seinen essayistischen Stücken stört ihn der leicht pädagogische Duktus: dort "reckt sich dem Leser mitunter ein Zeigefinger entgegen".
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