Herausgegeben und mit einem Vorwort von Karl Heinz Bittel. Von Goethe zu Thomas Bernhard, von Adalbert Stifter zu Johannes Mario Simmel: Walter Kempowski war ein passionierter Leser und beschäftigte sich gerne mit seinen "Konkurrenten". Seine "Kollegenporträts" bestechen durch ihre radikale Subjektivität und ihre Mischung aus Bewunderung und Respektlosigkeit. Er lässt recht unverhüllt erkennen, wem seine Sympathie gilt und wem nicht. Nichts liegt ihm ferner als eine "objektive" Würdigung. Ihn interessieren Macken und Marotten, Haar- und Barttracht, Ess- und Trinkgewohnheiten, Kleidervorlieben, Missgeschicke und Todesarten. Die Porträts sind mit sicherer Hand hingeworfene Skizzen, "Schnappschüsse" aus dem ganz persönlichen Blickwinkel des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2011
Zu den Großen seines Fachs zählt Walter Kempowski sich in diesen knapp hundert kurzen Porträts berühmter Schriftstellerkollegen vergleichsweise nicht. Schlimmer noch: Er macht sich klein und naht sich den andern mit "Furcht und Zittern", so der Rezensent Kai Sina. Spürbar gespannt erscheinen so die zwischenschriftstellerischen Verhältnisse, von Susan Sontag, der er sich nicht zu nahen wagt, bis zum herrisch auftretenden Arno Schmidt. Bei Kempowski führe das zum Drang, sie alle durch Hinweis auf menschlich gar nicht so Großes an ihnen gezielt, unverdrossen und spürbar komplexbehaftet herabzusetzen. Darin jedoch erkennt Sina gerade den "Humoristen", dessen "abgründiger" Humor zum Glück jedoch vor sich selbst keineswegs haltmacht.
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