Walter Laqueur

Die letzten Tage von Europa

Ein Kontinent verändert sein Gesicht
Cover: Die letzten Tage von Europa
Propyläen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783549073001
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Im Jahre 1900 lebten 21 Prozent der Weltbevölkerung in Europa, heute sind es knapp 12 Prozent, und am Ende des Jahrhunderts werden es laut UN-Schätzung weniger als 4 Prozent sein. Mit diesem demografischen Niedergang geht eine spürbare Minderung des europäischen Einflusses in der Welt einher. Vom Nabel der Welt zum Auslaufmodell? Zugleich verändert sich die Bevölkerungsstruktur grundlegend: Wird es zur Balkanisierung des Kontinents kommen? Werden sich die islamischen Gemeinschaften radikalisieren oder säkularisieren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2007

Walter Laqueurs Buch über den Niedergang Europas hat Rezensent Wilfried Loth nicht wirklich überzeugt. Im Kern hält er dem Autor vor, den Umbau Europas mit seinem Untergang zu verwechseln. Seinen Analysen der demografischen Entwicklung Europas, der Probleme bei der Integration von Migranten mit islamischen Hintergrund, der wirtschaftlichen Schwäche und des Mangels an Einigkeit im Blick auf die Außenpolitik scheinen Loth nur selten treffend. Zu vieles bleibt seines Erachtens hier im Vagen. Davon abgesehen betrachtet Loth das Buch im Grunde als ein Plädoyer für höhere Bildungsinvestitionen, selbstbewusstere Einwanderungspolitik, mehr Mut beim Umbau des Sozialstaats und größere Bereitschaft zu gemeinsamen europäischen Lösungen, dem er durchaus zustimmen kann. Allerdings kann er dem Autor den Vorwurf nicht ersparen, der Pessimismus habe ihm den Blick stark getrübt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2006

Wenig informiert und wenig überzeugend findet Joachim Fritz-Vannahme Walter Laqueurs Essay über den Abstieg Europas. Er liest Laqueurs Ausführungen als eine pessimistische Antwort auf Jeremy Rifkins Europa-Enthusiasmus. Laqueur prophezeit, dass Europa angesichts der Überalterung seiner Bevölkerung, der scheiternden Integration von Migranten und seiner sonstigen gegenwärtigen Probleme eine Zukunft als Disneyland für asiatische Kulturtouristen blüht. Dabei argumentiere der Autor allerdings undifferenziert und zeige insbesondere in der europäischen Institutionengeschichte zuviel Meinungsfreude bei zuwenig Wissen. "Kritik ohne Kenntnis im Detail, wie ärgerlich", entfährt es dem missgelaunten Rezensenten. Mit seiner pessimistischen Zukunftsvision für Europa kann ihn Laqueur ebenso wenig überzeugen wie Rifkin mit seiner Europa-Euphorie.

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