Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Seebohm. Jerusalem, heilige Stätte der drei Weltregligionen, Streitobjekt zweier Völker und Brennpunkt zweier Kulturen, ist eine der umstrittensten Städte der Welt und das größte Hindernis auf dem Weg zum Frieden in Nahost. Wie im Brennglas bündeln sich hier die Konflikte und Probleme, mit denen das heutige Israel und der Nahe Osten insgesamt konfrontiert sind. Walter Laqueur widmet sich in seinem neuen Buch dem Schicksal dieser faszinierenden Stadt, die ihm seit mehr als sechzig Jahren vertraut ist. Auf sehr persönliche Weise führt er uns zurück zu den historischen Wurzeln dieses notorischen Krisenherds, in die Zeit des britischen Man dats und der beginnenden zionistischen Zuwanderung. Eindringlich schildert er Etappen der Eskalation, das Anheizen religiöser Leidenschaften, die zunehmenden arabisch-jüdischen Spannungen, den Wandel der israelischen Gesellschaft und die Suche der Israelis nach einer neuen, postzionistischen Identität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.07.2005
Walter Laqueur spaziert mit dem Telefonbuch von 1947 durch die Jerusalemer Stadtteile von heute - zumindest beginnen alle Kapitel derart "anschaulich", schreibt Rezensent Alexander Kluy. An jeder Ecke erfahre man als Leser etwas Neues oder lerne Personen kennen, die gar nicht zu den Stereotypen über Israel und Jerusalem passten. Denn "wer weiß etwa, ..." oder "wer kennt etwa ...", staunt der Rezensent über das Wissen und die Lebenserfahrung des Autors. Walter Laqueur reiste 1938 mit 17 Jahren von Deutschland nach Palästina noch 'legal' aus, erfahren wir, 1956 ging er als als Historiker nach England, Anfang der neunziger Jahre in die Vereinigten Staaten. So blicke er mit Distanz und mitunter "harschen Analysen" auf das heutige Israel und insbesondere den zunehmenden Einfluss der orthodoxen Juden. Dafür könne er aus eigener Anschauung von den vierziger und fünfziger Jahren erzählen, zum Beispiel von sephardischen Kaufleuten und arabischen Handelsdynastien, die immer schon für ein 'gemeinsames Palästina' eingetreten seien. Als "Erinnerungsbuch mit kräftigem Strich skizziert", beschreibt der Rezensent Walter Laqueurs Jerusalemporträt, als Autobiografie, die es auch ist, sei es dagegen "zu nüchtern".
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