Herausgegeben von Wolfgang Hagen. Niklas Luhmann ist eine feste Größe in der geistigen Landschaft der Bundesrepublik Deutschland und mit seinen Werken weit über deren Grenzen hinaus bekannt. Als erster Professor wurde der Soziologe und Systemtheoretiker 1969 an die neugegründete Universität Bielefeld berufen, wo er bis 1992 tätig war. Drei der letzten Interviews mit dem 1998 verstorbenen Wissenschaftler gewähren den Lesern ungewöhnliche Einblicke in seine Biographie und sein Wirken. So lesen sich etwa die kritische Haltung zu den ersten Studentenprotesten oder die Äußerungen zu seinen verschrobenen Arbeitstechniken wie persönliche Offenbarungen. In dem vorangestellten Gespräch zwischen Dirk Baecker, Norbert Bolz und Wolfgang Hagen steht neben dem Spannungsverhältnis zwischen Soziologie und Massenmedien die Persönlichkeit Luhmanns im Vordergrund. Ein Buch, das mit Schlagfertigkeit und Präzision an einen großen Denker des 20. Jahrhunderts heranführt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2004
Christian Geyer freut sich über das "Bändchen" mit Gesprächen des 1998 verstorbenen Soziologen Niklas Luhmann, das "Wesentliches aufblitzen" lasse. So zum Beispiel werde in den Gesprächen das biblische Paradies als "die andere Seite der Luhmannschen Systemtheorie" deutlich. Ansonsten hält sich Rezensent Geyer in seiner Besprechung vornehm zurück und zitiert lieber ausgiebig Luhmann, wohl um dessen "beiläufig-trockene Art" für sich sprechen zu lassen.
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