Von Slavoj Zizek, Mladen Dolar, Stojan Pelko, Renata Salecl, Alenka Zupancic und Miran Bozovic. Aus dem Englischen von Isolde Charim, Thomas Hübel, Robert Pfaller und Michael Wiesmüller. "Lacan mit Hitchcock. Und nicht umgekehrt, denn es handelt sich hier keineswegs um eine psychoanalytische Interpretation Hitchcocks. Viel eher um das Vorhaben, in bestimmte Lacansche Konzepte etwas Licht hineinzubringen, und das mit Hilfe einiger Filmbeispiele zur Illustration. Das Buch ist deshalb in erster Linie didaktisch. Es ist eine Art Lehrbuch (zusammengestellt von der Schule Sigmund Freuds, der Gesellschaft für theoretische Psychoanalyse Jugoslawiens)." Slavoj Zizek einleitende Worte haben einen programmatischen Charakter für das philosophische Projekt Zizeks insgesamt: die Verbindung und wechselseitige Verflechtung von Philosophie, Psychoanalyse und moderner Populärkultur in der Perspektive einer kritischen Gesellschaftstheorie.
Der ganze Zizek, hier und anderswo - alles nur Banalitäten, donnert Jörg Lau, die uns in "unerträglich pompösem Gestus als provokante Einsichten" verkauft werden. Die von ihm gewählten Zitate lassen in der Tat ahnen, durch welche unschönen Wortgebirge man sich beißen muss, um dann am Ende, so Lau, nur peinlich Plattes zu erfahren. Denn am Ende dieses Buches lautet das wenig aufregende Ergebnis, dass Hitchcock doch recht eigentlich ein großer Antikapitalist gewesen sei. Für den Gegenstand der Interpretation, also die Filme Hitchcocks, bleibt trotz kompliziertester Herleitung eigentlich nur "subtile Verachtung", - und das findet der Rezensent typisch für diese Schule des "sauren Kitschs der Negativität".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2002
Dieses Buch ist nicht neu, erschien erstmals 1988 in Frankreich, in einer ersten Übersetzung 1992 in Deutschland. Mit den von Lacan inspirierten Lektüren, die auf ungeahnte theologische Spuren im Werk verweisen, hat es die Hitchcock-, aber auch die Lacan-Rezeption beeinflusst. In der Lektüre von Hitchcocks "Der falsche Mann", der Zizek als sein vielleicht "reinster" Film gilt, gelangt der Interpret mit Verweis auf eine "psychoanalytisch gedeutete Religionsgeschichte" zu neuen Erkenntnissen. Auf weitere Aufsätze des Bandes geht der vorwiegend referierende Rezensent (Kürzel rox.) nicht ein.
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