Wendy Lower

Hitlers Helferinnen

Deutsche Frauen im Holocaust
Cover: Hitlers Helferinnen
Carl Hanser Verlag, München 2014
ISBN 9783446246218
Gebunden, 336 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Andreas Wirthensohn. Sie waren jung und sie waren ehrgeizig. Den deutschen Truppen, die in Polen, in die Ukraine und in Weißrussland einmarschierten, folgten Hunderttausende von Frauen. Krankenschwestern waren dabei, Bürokräfte, aber auch die Ehefrauen von SS-Männern. Vielen von ihnen war eine Unterstützung im Hintergrund nicht genug. Sie griffen selbst zur Waffe, folterten und töteten Unschuldige. Nach dem Krieg wurden diese Taten verschwiegen und verdrängt. Wendy Lowers Buch nimmt die unterschiedlichen Rollen von Frauen während des Genozids in den Blick: Sie zeigt sie als Zeuginnen, Komplizinnen und Täterinnen. Und sie erklärt, wie in einem Klima enthemmter Gewalt alle zivilisatorischen Tabus fallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2015

Gabriele B. Clemens hätte das Buch besser gefallen, wenn die Autorin Wendy Lower ihre verdienstvollen Recherchen nicht so reißerisch à la Goldhagen überspitzt hätte. Die von Lower vertretene These, dass deutsche Frauen ab 1939 im Osten in großem Ausmaß als Täterinnen und Komplizinnen aktiv waren, geben die von der Autorin ausgewerteten dreizehn Biografien nicht her, meint Clemens. Das Buch findet sie dennoch sehr lesenswert und spannend, besonders die Kapitel über die Nachkriegszeit haben ihr imponiert.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 30.08.2014

Dass die mit diesem Buch zutage tretenden Fakten erst der Anfang sein könnten, da die Historikerin Wendy Lower sich nur auf ukrainische beziehungsweise amerikanische Archivfunde stützt, sorgt bei der Rezensentin für ungute Gefühle. Sie weiß jetzt: Die Vorstellung von weiblicher Unschuld im Dritten Reich ist nicht länger haltbar, der Völkermord war durchaus auch Frauensache. Was die Autorin indes aus erstmals ausgewerteten, von der Roten Armee konfiszierten Briefen, Listen, Berichten, Fotos und Verhörprotokollen sowie amerikanischen Archiven ans Licht fördert, verschlägt der Rezensentin den Atem. Die von Lower stellvertretend geschilderten Geschichten "ganz normaler Frauen", die die Gelegenheit nutzten um kaltblütig zu morden, liest sie mit Grauen.

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