Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Als das Auto der Familie Archer in Kanada durchs Eis eines gefrorenen Sees bricht, kann Robert einzig seine Tochter retten. Während sie heranwächst, kümmert sich Rebecca allein um den Haushalt und die Farm, der Vater kapselt sich ab. Doch so überwältigend wie die Trauer ist auch ihre Wut auf den Vater, dem nicht zu helfen ist und der nach und nach alle Erinnerungsstücke an die Mutter verschwinden lässt. Trost findet Rebecca in der Freundschaft mit Chuck, einem empfindsamen, von seinem Vater tyrannisierten Jungen, und mit Lissie, die von einer perfektionistischen Adoptivmutter gegängelt wird. - Ein eindringliches Debüt, das Trauer und Komik, Melancholie und unbändigen Lebenswillen perfekt verbindet.
Carola Ebeling hält das Debüt der Kanadierin Wendi Stewart für reif, wenngleich nicht spektakulär. Keine chronologischen Sprünge, keine versteckten Motive, kein doppelter Boden, meint sie. Stattdessen aber ein klares Erzählen und feines Beobachten und aufmerksames Figurenzeichnen. Die von brutalen Einschnitten geprägte Coming-of-Age Geschichte der jungen Rebecca aus einem Flecken im Südosten Kanadas erzählt Stewart laut Ebeling nie gefühlig, aber sehr nah an der Figur. Spannungen wie die zwischen Vater und Tochter, kann ihr die Autorin indirekt vermitteln. Das Bild einer toughen, wütenden Jugendlichen entsteht, erklärt Ebeling, und die Landschaft wirkt in von Stewart meisterlich geschaffener unaufdringlicher Präsenz.
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