Aus dem Spanischen von Matthias Strobel. In einer Nacht des Jahres 1923, ausgelöst durch eine seltsame Verkettung von Umständen, schreibt der Ministerialbeamte Varamo, der mit Literatur weder zuvor noch danach jemals das Geringste zu tun hat, das perfekte Gedicht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006
Zwiespältig beschreibt Rezensent Leopold Federmaier sein Lektüreerlebnis mit diesem" schmalen Bändchen", dessen deutschen Titel er im Übrigen "etwas aufgedonnert" findet. Das Original heiße "kurz und trocken" einfach "Varamo". Es geht den Informationen des Rezensenten zufolge um die fiktive Entstehungsgeschichte eines ebenso fiktiven "Meisterwerks der modernen mittelamerikanischen Lyrik". Doch der argentinische Autor zeigt sich darin nach Ansicht des Rezensenten in der Tradition eben jener Avantgarde stehend, die er mit seinem Buch ironisch ins Visier zu nehmen versuche. Zu den großen Schwächen des Romans gehören für den Rezensenten außerdem ausgesprochen "schiefe, lückenhafte, haarsträubende Zusammenhänge", die er auf einen undisziplinierten Umgang des argentinischen Autors mit der Imagination zurückführt und denen er oft weder folgen kann noch will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2006
"Acht Stunden Turbo-Inspiration" hat nicht nur Cesar Airas Figur Varamo hinter sich, als er um Mitternacht im Jahr 1923 anfängt, unvermittelt ein Meisterwerk der Avantgarde-Lyrik niederzuschreiben. Auch der Rezensent Hans-Martin Gauger ist von der Lektüre dieser Literaturgenese so befeuert, dass er gleich im zweiten Satz eine Kaskade lobender Adjektive auf die Novelle herabregnen lässt, von "humorig witzig" bis "kultiviert". Aira beschreibt den Nachmittag und Abend im Leben seines Erzählers, der recht unaufgeregt verläuft, aber eben zu besagtem Meisterwerk führt. Und obwohl nichts Außergewöhnliches passiert, kaum etwas verbrochen wird und auch die Erotik völlig fehlt, findet Gauger die Geschichte - zu seiner eigenen Überraschung, wie es scheint - "spannend". Für den Rezensenten ist Aira ein würdiger Nobelpreiskandidat, nicht nur wegen dieses "brillanten Nebenwerks".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…