Peter Adolphsen

Das Herz des Urpferds

Roman
Cover: Das Herz des Urpferds
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783312004140
Kartoniert, 109 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Hannes Gröschel. In äußerster Verdichtung verknüpft Peter Adolphsen die Geschichte der Erde mit dem Aufeinandertreffen zweier Menschen an einem Sommertag im Jahr 1973 in Austin, Texas.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2009

Hingerissen preist Sibylle Cramer den nur etwas über 100 Seiten langen Roman von Peter Adolphsen, der darin einen großen Bogen über 55 Millionen Jahren schlägt. Aus dem Herzen einer ertrunkenen Urpferdstute entsteht der Öltropfen, der als Rußpartikel Millionen Jahre später von einer jungen Frau eingeatmet wird, was wiederum 30 Jahre später zu der Krebserkrankung führt, an der sie stirbt, fasst die Rezensentin zusammen. Auch wenn der dänische Autor nicht als erster die "naturwissenschaftliche Sprache" als poetische Quelle entdeckt hat, so schön, präzise und umfassend hat sie vor ihm noch keiner eingesetzt, schwärmt die Rezensentin. Bei Adolphsen werden die Zufälle, aus der sich Naturgeschichte konstituiert, in eine Erzählung gebracht, es ist eine "poetische Zufallsforschung", die die begeisterte Rezensentin, wie sie bekennt, "bezaubert" hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2008

Peter Urban-Halle ist sehr beeindruckt, wie es Peter Adolphsen gelingt, über 50 Millionen Jahre auf gerade mal 110 Seiten zu durchschreiten. Der dänische Autor erzählt von der biologischen Verwandlung eines ertrunkenen Urpferds in einen Tropfen Öl, der sich 55 Millionen Jahre später als Krebs auslösende Substanz für eine gewisse Clarissa Sanders erweisen soll. Beschrieben wird das in linearen und nichtlinearen "Verwandlungsketten", die Urban-Halle nicht nur an die Chaos-Theorie denken lassen, sondern ihn an Werke von Rene Belletto, Georges Perec oder Inger Christensen erinnern. Keiner arbeitet so "begeistert und schöpferisch" mit der "Sprache der Wissenschaft", schwärmt der Rezensent, der sich am Ende was die "Freiheit und Schrankenlosigkeit" angeht, gar zu einem Vergleich mit James Joyces "Ulysses" herausgefordert sieht, der bekanntlich für einen einzigen Tag einen 1000-Seiten-Wälzer benötigte.
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