Plante die SED mit ihrer Deutschlandpolitik tatsächlich eine Wiedervereinigung als Übertragung des Modells DDR auf die Bundesrepublik? Oder gab das propagierte Einheitsziel von Anfang an lediglich die nationale Ummäntelung für die Ostintegrationder DDR ab? Die politikgeschichtliche Monografie von Michael Lemke untersucht die Deutschlandpolitik der SED im Kontext des Kalten Krieges. Der Autor stellt verschiedene Phasen der SED-Deutschlandpolitik vor und geht der Frage nach, wie sich im Zusammenhang mit sowjetischen, bundesdeutschen und anderen äußeren wie inneren Faktoren die deutschlandpolitischen Interessen und Handlungsspielräume der SED wandelten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Wiedervereinigungsgedanken gab es auch in der DDR, schreibt Wilfried Loth. Und zwar nicht in propagandistischer Hinsicht, wie der Rezensent der Untersuchung von Michael Lemke entnommen hat, sondern ganz real: als Plan eines Sturzes von Konrad Adenauer. Lemke, Mitarbeiter am Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung, habe gründliche Arbeit geleistet, lobt Loth. Sämtliche innen- und außenpolitischen Differenzen innerhalb und zwischen. DDR und BRD würden nachgezeichnet, vor allem die zwischen der SED und Moskau. So habe die SED noch bis 1956/57 mit der Unsicherheit gelebt, Moskau könne zugunsten eines gesamtdeutschen Kompromisses für eine Zerschlagung des Machtapparates der SED plädieren, referiert der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2001
Joachim Scholtyseck hält Michael Lemkes Buch über die frühe Deutschlandpolitik der SED bereits bei Erscheinen für ein Standardwerk. Überzeugend arbeite der Autor die wesentlichen Bedingungen und Wandlungen der Ost-Berliner Politik heraus. So biete er beispielsweise für die nur schwache Resonanz, die die "Stalin-Note" des Jahres 1952, das Wiedervereinigungsangebot unter der Bedingung politischer Neutralität, innerhalb der SED fand, "bemerkenswerte" Erklärungen an. Überhaupt sei die Darstellung differenziert und durch eine Vielzahl neuer Quellenfunde angereichert. Nur Lemkes These von der "Unteilbarkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte" hätte aufgrund des geringen Platzes für Fragen der Rechtsstaatlichkeit etwas Unbefriedigendes.
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