Seit über 200 Jahren spiegelt das Kunsthaus Lempertz mit grandiosen Auktionserfolgen und Vermittlungen national bedeutender Objekte in öffentliche Sammlungen nicht nur das Panorama der rheinischen und Kölner Geschichte, sondern auch das der deutschen Kulturgeschichte insgesamt. Das Unternehmen bewährt sich in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten, in denen der sich wandelnde Sammlergeschmack und die zunehmende Globalisierung das Gefüge des Marktes und das Kunsthaus Lempertz vor neue Herausforderungen stellen. Dabei hat jede Generation, der Gründer J. M. Heberle, die Brüder Heinrich und Mathias Lempertz sowie die Familiendynastie Hanstein, ihre ganz eigenen Spuren von Kompetenz, Vertrauen und Begeisterung hinterlassen - bis heute mit großem Erfolg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2016
Stefan Koldehoff sieht kritisch auf die vom Historiker Wolfgang Schäfke besorgte Firmengeschichte des Kunsthauses Lempertz. Für ihn muss sich so ein Buch an der Behandlung der NS-Vergangenheit der Firma bemessen lassen. Koldehoff stellt fest: Ganze 11 Seiten von fast 400 widmet der Autor diesem Komplex. Den historischen Bogen der Firmengeschichte schlägt der Autor zwar durchaus gekonnt anhand der Firmeneigentümer und -standorte, ohne dunkle Seiten wie den Beltracchi-Skandal auszusparen, meint der Rezensent. Doch entscheidende überlieferte Akten über die Verbindungen der Firma zur Politk vor und nach '45 übersieht er nach Koldehoff. Auch den Ausverkauf jüdischer Sammler unter dem Druck des NS-Regimes scheint ihm Schäfke zu wenig reflektiert zu verhandeln.
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