Das meistverwendete deutsche Wort heißt "Ömm", davon bekommt man das "Burnout- Syndrom", und zwar "absolut" und "definitiv". Viel "Identität" ist den Deutschen "weggebrochen", die ihre Erfahrungen aber auch "auf ihren Alltag runterbrechen" müssen, während Politiker "die Menschen abholen" oder "mitnehmen" wollen, wohin auch immer. Warum nicht in "die blühenden Landschaften" Ludwigshafens und Mannheims, der Heimat der Seifensieder und Wimmerschinken? Wo alles "im Check" ist, erscheint es als "zielführend", schon "im Vorfeld" eines "Veteranentages" die alten "Kameraden" zu rehabilitieren, und das selbstverständlich "zeitnah". An der "Schnittstelle" zwischen "Stresstest" und "kalkulierbarem Restrisiko" ist der Qualitätsjournalismus "gut aufgestellt" und entwickelt entsprechende "Bauchgefühle". Wenn Minister in "Zeithorizonten" denken, "Wertedebatten angestoßen" werden, gilt auch "das gute Recht", sich im "Facility Management" als "Elite" zu "verorten", zu deren "Servicepalette" auch das "Multitasking" im Rollkofferkrieg gehört.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2024
Keineswegs sinnlos ist Sprachkritik, wenn sie so betrieben wird wie von Wiglaf Droste, findet Rezensent Edo Reents. Der besprochene Band versammelt, erfahren wir, Radiotexte des 2018 verstorbenen Autors. In diesen zieht Droste laut Reents in gewohnt rabaukiger Manier vom Leder. Insbesondere echauffiert er sich, führt der Rezensent aus, über die diversen Worthülsen der politischen Kommunikation, wie etwa andauernd überschrittenen "roten Linien" oder dem allseits beschworenen "Handlungsbedarf". Das alles bringt den Autor deshalb so sehr auf die Palme, erfahren wir, weil derartige Floskeln seiner Meinung nach die realen Schrecken unserer Gegenwart verschleiern.
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