Botho Strauß macht aus seinen politischen Vorlieben kein Geheimnis: Der Schriftsteller bekennt sich zur intellektuellen Rechten und verachtet die "Massenöffentlichkeit" der "Massendemokratie". Dennoch lohnt ein zweiter Blick auf seine frühen Theater- und Prosastücke, denn diese handeln von einer seltsamen Paradoxie: Während in liberalen Gesellschaften die Freiheitsspielräume wachsen, verkümmern die kulturellen Narrative, mit denen die Bürger ihrer Freiheit einen Sinn geben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2014
Rezensent Lothar Müller lobt Thomas Assheuers Vermögen, dem Werk Botho Strauß' ebenso leidenschaftlich wie kritisch entgegenzutreten. Der Kritiker spürt in den Aufsätzen des "Zeit"-Redakteurs Assheuer nicht nur die jugendliche Begeisterung für den Autor, sondern erlebt ihn auch als "unfrommen Leser", der sich eingehend mit dem Werk auseinandersetzt. So folgt der Kritiker gebannt Assheuers Rückblick auf "die hellsichtige Diskurskritik der frühen Theater- und Prosastücke" oder liest die lehrreiche Beschäftigung mit den Voraussetzungen des kulturellen und politischen "Anti-Liberalismus". Nach der Lektüre dieses informativen Bandes würde sich der Rezensent einen Dialog mit Strauß selbst wünschen.
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