Ist der Dativ wirklich dem Genitiv sein Tod? Geht es bergab mit der deutschen Sprache? Hans Jürgen Heringer und Rainer Wimmer führen ein in eine wissenschaftlich begründete Sprachkritik. In zwölf Kapiteln werden Kriterien für Sprachkritik entwickelt. Im Fokus stehen Äußerungen, Texte, Sprecher und ihre Handlungen. Ideal ist das sprachkritische Individuum. Das Buch will den Blick schärfen für auffällige Phänomene des öffentlichen Sprachgebrauchs: - Schlagwörter der Politik - Hotwords in der öffentlichen Meinung - Pauschalisierungen - interessegeleitete Wertungen - mediale Wiedergabetechniken und Inszenierungen - Täuschungen und Manipulationen - öffentliche Stilisierungen und stereotype Textmuster
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2015
Ganz und gar nicht einverstanden ist Helmut Glück mit der "Sprachkritik" von Hans Jürgen Heringer und Rainer Wimmer. Dass sich die beiden Autoren auf die Linguistik konzentrieren und literarische Ästhetik oder Textverständlichkeit als Kriterien ablehnen, mag dem Rezensenten nicht einleuchten. Auch die Skepsis gegenüber den Normen der Standardsprache kann er nicht nachvollziehen: Woran sonst sollen sich Lehrer orientieren? Der allgemeine Sprachgebrauch, den die Autoren als Instanz ins Feld führen, hilft da kaum weiter. So gibt es von Glück eine "dringende Kaufwarnung" vor diesem Buch.
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