Kaum ein Schweizer oder eine Schweizerin besitzt Vorfahren, die bei Sempach und Morgarten kämpften, Tells Geliebte oder Gesslers Verlobte waren. Viele sind im Laufe der vergangenen Jahrhunderte eingewandert. Die Schweiz ist ein Produkt von Immigrationswellen, die heutige Bevölkerung ein Konglomerat aus einstigen Minderheiten. Willi Wottrengs Buch bietet überraschende Erkenntnisse: Die Schweiz war multikulturell, ehe der Begriff erfunden wurde. Damit ist sie ein interessanter Modellfall auch für die Gestaltung künftiger internationaler Ordnungen. Es werden die wichtigsten Immigrationswellen dargestellt, die Probleme, die sie verursachten, die Lösungen, die daraus resultierten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2001
Der mit C.W. zeichnende Rezensent findet die Studie zur Geschichte der Einwanderung in die Schweiz zwiespältig. Einerseits bemerkt er, dass der Autor "mit Lust" erzählt und lobt besonders die Porträts, die zwischen die Kapitel gestellt sind und einzelne Einwanderer vorstellen, als "eindeutige Stärke" des Buches. Hier führe Wottreng seinen "Spürsinn" eindrucksvoll vor. Andererseits bemerkt er beim Autor einen Hang zur Polemik und hat einige "Ungenauigkeiten" im Text gefunden. Zudem neigt der Autor zu "Übertreibungen und missionarischen Einseitigkeiten", so der Rezensent tadelnd. Auch vermisst er einen "Überblick" über die schweizerische Ausländer- und Asylpolitik. Insgesamt stellt C.W. einen Mangel an "Objektivität" fest.
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