Offenbar ist die Wahrnehmung von Ausländer(inne)n als "Problem" das Ergebnis einer medialen Vermittlung, wodurch die "vierte Gewalt" zur Umdeutung sozioökonomischer in ethnische Krisenprozesse beiträgt. Deshalb erscheint es gerade in Zeiten sich verschärfender Verteilungskämpfe und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, die als "ethnische" Konflikte ausgetragen bzw. interpretiert werden, dringend geboten, sich mit der Politik des Multikulturalismus zu beschäftigen und seine Konzepte weiterzuentwickeln.
In seiner Kritik begrüßt Ulrich Noller das Erscheinen des Buches und erklärt ausführlich, warum er das Thema für wichtig hält. Dann schaltet Noller einen Gang tiefer und hält es für "denkbar", dass der Aufsatz des Mitherausgebers Christoph Butterwegge die Diskussion über Medien und die multikulturelle Gesellschaft neu anregt. Ein Lob ist das nicht gerade. Erst im letzten Absatz seiner Rezension stellt Noller fest, dass die restlichen Aufsätze "abstrakt", einige gar "methodisch fragwürdig" oder - noch schlimmer - "mit ideologischen Scheuklappen" geschrieben wurden. Noller belegt dies überzeugend mit der These einer Autorin, die fürchtet, die Berliner Ausländerpolitik werde zu einer Art Germania führen, wie es Hitler erträumt hat. Doch ärgert man sich an dieser Stelle noch mehr über den Rezensenten: hätte er diesen Satz gleich am Anfang zitiert, hätte man sich das Lesen gespart.
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