Aus dem Amerikanischen übersetzt von Peter Robert. Gibson lässt in seinem neuen Roman alte Bekannte auftreten: Berry Rydell (den Gibson-Freunde aus "Virtuelles Licht" kennen), Rei Toei, den virtuelle Popstar (Ex-"Idoru") und Chevette, die Fahrradbotin mit Terriergemüt (ebenfalls aus Virtuelles Licht). Colin Laney (der Netzläufer aus "Idoru") haust in einem Pappkarton im Untergrund von Tokio. Die armselige Behausung täuscht: Laney hat die Macht, die Welt zu verändern. Dank einer im Teststadium befindlichen Droge, die er als Kind geschluckt hatte, kann Laney Knotenpunkte in den weltweiten Datenströmen sehen, die Zeitwenden markieren. Er sieht das Ende der Weltgeschichte, so wie wir sie kennen. Er weiß, daß etwas geschehen wird. Nicht in Tokio, sondern in San Francisco. Auf der Oakland Bay Bridge. Verwunderlich, denn die Brücke wurde wegen Erdbebens außer Verkehr gezogen. Es ist der Anfang der Reise in eine posthumane Welt. Und es ist keine friedliche Geschichte, die sich da abspielen wird ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2000
Burkhard Scherer muss ein Witzbold sein. Warum sonst wohl gibt er drei Viertel seiner Besprechung für eine Inhaltsangabe des neuen Science-Fiction-Romans von William Gibson dran, um uns im letzten Viertel mitzuteilen, was wir ja eh schon ahnen: Nicht nur die Klimax dieses, so Scherer, durchaus sprachgewandt und phantasievoll erzählten Future-Westerns ist "leicht konfus", sondern jene Frage, die der Held des Buches irgendwann stellt, ist auch die unsrige: "Um was geht´s eigentlich?". Um das herauszufinden, sollten wir vielleicht die ersten beiden Bände der Trilogie lesen, von der "Futurematic" das Schlusslicht bildet. Aber die müssen erst noch geschrieben werden.
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