Das kollektive Versagen der Ermittler bei der Aufklärung der Neonazi-Morde ist kein Geheimnis mehr. Enthüllung folgte auf Enthüllung, eine peinlicher als die andere. Das Versagen hat menschliche, aber auch strukturelle Ursachen. Doch wir sind auf einen effektiven Schutz der inneren Sicherheit angewiesen. Wenn eine terroristische Kleingruppe wie die NSU nicht erfolgreich bekämpft werden kann, dann gilt das auch für vergleichbare Gruppen und Nachahmer. Winfried Ridder war lange "Chefauswerter" für den Verfassungsschutz mit der Verantwortung für die Informationen von "menschlichen Quellen", den V-Leuten. Seiner Ansicht nach können sie keine "Vertrauensleute" sein, denn sie bleiben Anhänger ihrer Ideologie und dienen immer zwei Seiten. Ihr Einsatz ist weder vertretbar noch beherrschbar. Winfried Ridder ist zudem der Ansicht, dass die Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz noch nie wirklich funktioniert hat, und hält die bisher genannten Reformvorschläge für ungenügend, denn die wirklichen Probleme liegen in den operativen Defiziten und analytischen Schwächen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2013
Wenn der Verfassungsschutz und der BND Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dann meistens, weil sie irgendetwas vermasselt haben, weiß Rezensent Wilfried von Bredow. Da sind die Verstrickung vieler früherer Mitarbeiter in den Nationalsozialismus, die "Dellen" in der Erfolgsgeschichte des Kampfes gegen den Linksterrorismus, und schließlich das Versagen der Geheimdienste bei der Bekämpfung des Rechtsterrorismus, fasst der Rezensent zusammen. Winfried Ridders "Verfassung ohne Schutz" ist ein kurzes, aber erfreulich selbstkritisches Buch, berichtet von Bredow. Der ehemalige Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz fasst seine Botschaft in zwei konkreten Reformvorschlägen zusammen: Verdeckte Ermittler sollen die V-Leute ersetzen, da seien die Loyalitäten klarer; und die Bekämpfung von extremistischen und gewaltbereiten Gruppen soll allein Aufgabe des polizeilichen Staatsschutzes werden, damit die Kompetenzen eindeutiger verteilt sind, erklärt der Rezensent.
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