Als nach dem Abwurf der Atombomben Japan kapitulierte und Ende August 1945 amerikanische Truppen das Land besetzten, begann ein gesellschaftlich/politisches Reformprojekt, das zwei Kulturen aufeinanderprallen ließ. Washington, vertreten durch den hochfahrenden General Douglas MacArthur, versuchte eine "koloniale Revolution", die Japan Demokratie und westliche Werte bringen sollte. Das Experiment, aus dem das moderne Japan hervorging, gelang, weil MacArthur den Willen der amerikanischen Öffentlichkeit missachtete und den Kaiser Hirohito von jeder Kriegsschuld reinwusch. Er holte ihn an seine Seite, damit er die Reformen der Besatzer legitimierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2004
Als "konzise, sachlich gewichtige Studie" würdigt Hans-Peter Schwarz dieses Buch des langjährigen ARD-Fernost-Korrespondenten Winfried Scharlau über die amerikanische Besatzungspolitik Japans von 1945 bis 1952. Wie Schwarz darlegt, nimmt der fast allmächtige amerikanische Prokonsul General MacArthur dabei eine wichtige Rolle ein: in flagranter Missachtung einer Senatsresolution hatte er entschieden, Japan "durch den Kaiser und die kaiserliche Regierung" administrieren zu lassen, den Kaiser also zu schonen und die konservativen Eliten größtenteils an der Macht zu belassen - ein Konzept zur Pazifizierung und wenigstens partiellen Demokratisierung, das durchaus aufging. Scharlaus Ausführungen über die Demokratisierungsbestrebungen MacArthurs lobt Schwarz generell als "überzeugend" und "kundig". Dass die Studie, die auf dem aktuellen Stand der internationalen Forschung fußt, ohne wuchernden Fußnotenapparat auskommt, findet Schwarz dabei "eher zu begrüßen". Da der Hinweis auf die Erfolgsgeschichte der Demokratisierung Japans nach 1945 bei der Legitimation des Irak-Krieges eine gewisse Rolle gespielt hat, denkt Schwarz auch über die Frage nach, ob Japan unter General MacArthur ein Modell für den besetzten Irak sein könnte, eine Frage, die er entschieden verneint.
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