Das Trinkgeld-Geben ist eine zugleich alltägliche und überaus rätselhafte Handlung. Um Peanuts geht es dabei nicht: wo rund 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld erwartet werden, da kommen in einer einzelnen Volkswirtschaft schnell einmal Milliarden zusammen - jährlich! In seiner spannenden historischen Spurensuche geht Winfried Speitkamp einem vieldimensionalen kulturellen Phänomen nach, einer Praxis, die aufs engste mit dem Selbstverständnis derer, die sie befolgen, verbunden ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2008
Durch reichhaltiges Quellenmaterial und kurzweilige Darstellung gewinnt Winfried Speitkamps Studie die SZ-Rezensentin Marion Lühe für sich: In der Geschichte des Trinkgelds - angefangen bei Knigge, für den die kleine Zugabe noch selbstverständlich war, über die erfolglosen Verbotsbemühungen der "Anti-Trinkgeld-Liga" um 1900 bis heute - kommen auch unterhaltsame Zeitzeugen zu Wort, wie etwa der von deutschen Trinkgeldforderungen entnervte Reisende Victor Hugo.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2008
Elegant geschrieben und materialreich erscheint diese kleine Geschichte des Trinkgelds dem Rezensenten. Was der Historiker Winfried Speitkamp zum Thema zusammenträgt erweitert Helmut Mayers Perspektivik auf den Kellnergroschen ganz ungemein. Dass nämlich materiell-ökonomische Gründe für dessen Existenz nicht hinreichen, ahnt Mayer schnell. Und wenn er sich vom Autor die verschiedenen bislang vergeblichen Versuche auseinandersetzen lässt, das Trinkgeld auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern, dann geht ihm die Hartnäckigkeit dieser Gewohnheit auf. Aus der detailreichen Untersuchung von Reisegewohnheiten, sozialkritischen und juristischen Auseinandersetzungen über das Thema tauchen vor den Augen des Rezensenten die Motive von Ehre, Distinktion und Anerkennung auf und dahinter ein Begriff von symbolischem Kapital, das gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft.
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