Die Studie analysiert die Voraussetzungen, Planung und Durchführung des Geschlossenen Arbeitseinsatzes österreichischer Jüdinnen und Juden von 1938 bis 1945. Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ursachen werden ebenso erstmals systematisch beschrieben, wie dessen Umfang und Verlauf. Tausende österreichische Juden wurden mit schwersten körperlichen Arbeiten unter diskriminierenden Konditionen zwangsbeschäftigt und dafür bis heute nicht entschädigt. Öffentliche Unternehmen, die Privatwirtschaft und die Wehrmacht profitierten von der Zwangsarbeit. Juden waren in Wien und Umgebung sowie in 65 Lagern in Österreich und Deutschland eingesetzt. Viele dieser Lager werden erstmals nachgewiesen. Vielfach unbekannte Dokumente aus Archiven in Österreich, Deutschland, den USA und Israel sowie Tagebücher, Erinnerungen und Interviews mit Überlebenden erlauben einen detaillierten Einblick in die Lebensumstände der Zwangsbeschäftigten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2001
Das große Verdienst dieses Buches, so die Rezensentin Gabriele Anderl, ist es, die Zwangsarbeit österreichischer Juden außerhalb der KZ "erstmals systematisch und als eigenständiges Thema" zu behandeln. Von besonderem Interesse sei die Beschreibung des Unterschieds zwischen Österreich nach dem Anschluss (der "Ostmark") und dem "Altreich", aber auch der "gegenseitigen Dynamisierung". Der Einsatz in den sogenannten "Umschulungslagern", die dazu in Arbeitslager umgewandelt wurden, diente gar als Vorbild für das "Altreich", so Anderl. Bis zu den in jüngster Zeit getroffenen Regelungen verweigerte Österreich genauso wie Deutschland Entschädigungen für die Zwangsarbeit. Anderl findet das Buch wichtig und - gerade angesichts der "ungünstigen Quellenlage" - rundum gelungen: die Darstellung sei "brillant", man werde über ein bisher eher unbekanntes Kapitel der Geschichte des Dritten Reiches informiert.
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