Herausgegeben von Elisabeth Fraller und George Langnas. Wien, 1938: Die jüdische Familie Langnas bemüht sich verzweifelt, nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich das Land zu verlassen. Vater Leo und die Kinder Manuela und Georg können rechtzeitig in die USA flüchten, während Mutter Mignon mit ihren gebrechlichen und kränklichen Eltern in Wien zurückbleibt. Allein auf sich gestellt, beginnt sie als Krankenschwester für die Israelitische Kultusgemeinde zu arbeiten. Sie entgeht den Deportationen nur durch großes Glück und überlebt knapp mehrere Bombenangriffe gegen Kriegsende. Als eine der wenigen Wiener Jüdinnen und Juden erlebt sie 1945 die Befreiung sowie die unmittelbare Nachkriegszeit und kann Mitte 1946 über ein süddeutsches Flüchtlingslager endlich in die USA ausreisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2011
Christiane Liermann ist überrascht, wie wenig wir doch wissen über die konkreten (Über-)Lebensumstände, die finanziellen und bürokratischen Belastungen, Hoffnungen und Enttäuschungen jüdischer Menschen während des Holocaust. Eine Lücke, die dieser mit wissenschaftlicher Hilfe edierte und kommentierte Nachlass in Briefen und Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1938 bis 1949 für sie schließt. Wie Mignon Langnas im annektierten Wien ausharrt, ihr Wille zum Leben, ihr Talent zum Lieben - das alles hat Liermann sehr beeindruckt. Aufschlussreich für sie auch die Forterzählung dieses Lebens nach '45. Die Situation in einem bayerischen Lager für Displaced Persons mit lauter Entwurzelten, die ihre Zukunft in Israel zu planen versuchen, hat sie noch nie derart eindringlich geschildert bekommen.
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