Mit zahlreichen Abbildungen. Die Pfaueninsel, die lange Zeit nur eine unter vielen Inseln im Flusslauf der Havel war, wird erst durch die wunderliche Liebhaberei eines Kurfürsten und dann durch die unerlaubte Liebschaft eines Prinzen in die Geschichte geholt. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist die Pfaueninsel im Besitz des Hauses Hohenzollern und mit den Namen von preußischen Königen und Künstlern verbunden. Sie erweist sich als ein Schauplatz preußischer Geschichte, von dem tatsächliche wie legendenhafte, große wie unbedeutende Ereignisse überliefert sind. Es ist der Ort, wo Alchimisten ihr dunkles Handwerk trieben, preußische Prinzen vor der Revolution von 1848 Zuflucht suchten und Hitlers Adjutanten das Testament des Diktators aus dem eingeschlossenen Berlin nach draußen brachten.
Rezensent Alexander Cammann begrüßt diese Neuauflage von Wolf Jobst Siedlers erstmals in den 80er Jahren erschienenen "meisterlichen Miniatur" über die Geschichte der Pfaueninsel. Wie Siedler in diesen symbolhaften Ort die preußischen Jahrhunderte hineinspiegelt, hat Cammann recht beeindruckt. Der Autor erzähle nicht nur, wie Könige sie zur Parklandschaft machten, berichtet er, "sondern auch, in hübscher Überhöhung, vom Feuerschein über der Insel": Hier brannten Werkstätten königlicher Alchimisten, sah man Bakunins Lagerfeuer auf der Insel Schwanenwerder flackern, prasselte das Mündungsfeuer russischer Geschütze 1945, als Hitlers Kuriere sich auf der Insel verbargen. "Nur Brandenburg ist geblieben", zitiert Cammann Siedlers Fazit, das der Bilanz von Christopher Clarks umfassender Preußengeschichte gleiche. "Es war eher da, und es überdauerte, was nach ihm kam."
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