Dieses Buch füllt eine Lücke. Die Zivilbevölkerung in den nationalsozialistisch besetzten europäischen Nationen spielt in der Erinnerung an die Opfer bislang kaum eine Rolle. Im Mittelpunkt dieser nach Ländern und Regionen gegliederten Darstellung stehen daher nicht militärische Ereignisse, sondern das Schicksal der Zivilbevölkerung, der Alltag unter der Okkupation, der Widerstand der Besetzten sowie der Terror der Besatzungsmacht. Das Buch leistet einen notwendigen Beitrag zur aktuellen und andauernden Debatte über ein Polendenkmal und das Dokumentationszentrum für alle Opfer der NS-Besatzungspolitik in Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2022
Auch angesichts der russischen Invasion in der Ukraine findet der hier rezensierende Historiker Florian Keisinger den von Wolfgang Benz herausgegebenen Band zur NS-Besatzung in Europa sehr hilfreich. Die BeiträgerInnen zeichnen nach, wie unterschiedlich sich die deutsche Politik in den verschiedenen Ländern gestaltete: Während im Osten Deportationen und Liquidierungen unmittelbar nach der militärischen Besatzung mit größter "Härte und Rücksichtlosigkeit" durchgeführt wurden, setzten Gewalt und Repression im Westen schrittweise ein. Betonen möchte Keisinger auch, dass die exzessive Gewalt kein exklusives Kennzeichen der SS gewesen sei, sondern auch Wehrmacht und zivilen Behörden eigen.
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