Seit dreißig Jahren macht die politische Philosophie wieder von sich reden. Sie ist in den Mittelpunkt philosophischer Aufmerksamkeit zurückgekehrt. Und das ist nicht allein John Rawls zu verdanken - vielmehr haben die politischen Verhältnisse nach ihr gerufen: der Zusammenbruch des Sozialismus, die Auswirkungen der Globalisierung, der Souveränitätsschwund der Nationalstaaten, die Belastungen der Integrationsfähigkeit der westlichen Gesellschaften durch eine wachsende multikulturelle Gesellschaft, die Einschränkung sozialstaatlicher Leistungen. Das alles macht eine Gesellschaft nervös und weckt das Bedürfnis nach philosophischer Orientierung. Dieser Band vereint elf Abhandlungen zur politischen Philosophie der Gegenwart und zur Rechts- und Staatsphilosophie der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2001
Detlef Horster bespricht in einer Sammelbesprechung acht Bücher, die sich mit dem Thema Gerechtigkeit befassen und nimmt 3 Werke genauer unter die Lupe.
1. Herlinde Pauer-Studer: "Autonom leben"
Dieses Buch lobt der Rezensent dafür, auch für ein unbeschlagenes Lesepublikum "leicht lesbar" und dabei trotzdem "differenziert" und von "praktischer Relevanz" zu sein. Der Autorin gehe es darum, präzise und systematisch und in Rückbezug auf Aristoteles, Kant und John Rawl, den Begriff Gerechtigkeit zu klären, so der Rezensent angetan.
2. Wolfgang Kersting: "Theorien der sozialen Gerechtigkeit"
Ebenfalls viel Lob bekommt dieses Buch, das eingehend eine Kritik am Gleichheitsgedanken in der Diskussion um Gerechtigkeit formuliert. Der Rezensent bescheinigt es Kersting, dass er das Thema als erster "zufriedenstellend ausgearbeitet" hat. Mit seinem Buch läute er eine "neue Runde" in der Geschichte um eine "angemessene Gerechtigkeitstheorie" ein, lobt Horster. Er weist darauf hin, dass der Autor zwar "harte, aber klare Worte" wider eine entmündigende Gleichheitstheorie finde.
3. Ders.: "Politik und Recht"
Dieses Buch, das nach Horster noch einmal deutlich macht, dass Gleichheitstheorien nicht "wirklichkeitsgerecht" sind, findet ebenfalls den Zuspruch des Rezensenten. Er lobt es nicht nur, weil es ein "fundierter Einspruch" gegen die Egalitätsgedanken darstellt, sondern weil es gleichzeitig "bedenkenswerte Alternativen" anzubieten hat.
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