Herausgegeben von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Schon bald nach Hitlers Machtergreifung wurde die SPD verboten, und ihre Mitglieder wurden als politische Feinde verfolgt. Vor dem Krieg wurden viele Sozialdemokraten bei politischen Massenprozessen verurteilt und nach der Verbüßung der Haftstrafe in Konzentrationslager deportiert. Während des Krieges erfolgten zwei große Verhaftungsaktionen, von denen in starkem Maße Sozialdemokraten betroffen waren. Die Geschichte der Sozialdemokraten in den NS-Konzentrationslagern ist bisher wenig erforscht. Wolfgang Rölls Studie stellt die erste Veröffentlichung über sozialdemokratische Häftlinge in einem einzelnen Lager, dem 1937 errichteten Konzentrationslager Buchenwald, dar. Röll hat in einem Anhang Kurzbiografien von über 120 deutschen Häftlingen aus der SPD und anderen sozialistischen Gruppierungen (SAP, Rote Kämpfer, ISK) sowie von über 40 österreichischen Sozialisten zusammengestellt. Außerdem ist ein Fototeil mit ca. 60 Abbildungen beigefügt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2001
Freya Eisner bespricht in einer knappen Rezension die Studie, die sich mit dem Schicksal sozialdemokratischer Häftlinge in Buchenwald beschäftigt. Der Autor zeichne anhand von "Zeitzeugen und Literatur" den Leidensweg Einzelner nach, wie den der bekannten Sozialdemokraten Ernst Heilmann und Rudolf Breitscheid, die beide in Buchenwald umkamen. Allerdings gibt die Rezensentin zu bedenken, dass vor allem Kommunisten in Buchenwald inhaftiert waren, die sich aus "traditioneller Feindseligkeit" nicht den sozialdemokratischen Aktivitäten im Konzentrationslager anschlossen.
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