Wolfram Dufner war wiederholt Ernst Jüngers Gastgeber bei dessen Reisen nach Südostasien. Dabei entwickelte sich eine Freundschaft, die sich nach der Rückkehr Dufners in die Schweiz und später in die Bundesrepublik noch verstärkte. Man sah sich häufig und führte einen regen Gedankenaustausch. In seinem neuen Buch erinnert sich Wolfram Dufner an diese Zeit des zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts und an die gemeinsamen Gespräche. Er schildert Ernst Jünger als einen Menschen und Schriftsteller, der sich von seiner Umwelt bis zu seinem Lebensende 1998 immer von neuem faszinieren ließ.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2004
Mit größtem Vergnügen hat Bernhard Gajek den Bericht des ehemaligen deutschen Botschafters Wolfram Dufner gelesen, der den Aufenthalt des Ehepaars Jünger in Singapur und Malaysia wie auch spätere Begegnungen schildert. Dufner bewundere die Disziplin, mit welcher der über 80-Jährige die Strapazen der Reise bewältigte, das Interesse, das Jünger für die fremde Kultur, für die Weltlage, aber ebenso für die Jagd im Dschungel aufbrachte. Bewunderung ist die durchgehende Haltung des Buches, betont Gajek, eine Haltung, die auch die Erinnerung an Jüngers späte Lebensjahre in Oberschwaben speise. Zugleich sei Dufners glänzend geschriebener und facettenreicher Bericht gespickt mit Anekdoten, die den politischen Geist der damaligen Bundesrepublik charakterisierten. Begebenheiten, die sich, eher unpersönlich und sentenzenhaft, in Jüngers Tagebüchern finden lassen, tauchen auch bei Dufner auf: die Begegnungen mit Golo Mann oder Friedrich Dürrenmatt etwa. Dem Alltag Jüngers werde so im nachhinein Leben eingehaucht, schwärmt Gajek.
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