Aus dem Russischen übersetzt und herausgegeben von Daniel Jurjew. Wsewolod Petrows literarisches Werk wurde erst fast 30 Jahre nach seinem Tod 1978 entdeckt. In der Sowjetunion konnte er nicht auf Veröffentlichung hoffen, er las nur in kleinem Kreis aus seinen Werken.
In seinen Erzählungen spielt Petrow mit den philosophischen Fragen des Lebens, schüttelt sie auf zu frechen Bildern, schöpft aus den Mitteln der Avantgarden. Doch dabei lässt er immer wieder den Mann erkennen, der sich in der Sowjetunion der 1930er und 40er Jahre nach den Idealen des 18. Jahrhunderts sehnt. Die späte Entdeckung dieses russischen Schriftstellers ist ein literaturgeschichtliches Ereignis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2019
Christiane Pöhlmann freut sich, mit dieser von Daniel Jurjew übersetzten und herausgegebenen Sammlung mit Texten von Wsewolod Petrow an die avantgardistische Künstlervereinigung Oberiu um Daniil Charms und ihre wunderbar subversive Poetik erinnert zu werden. Dass Petrow mit seinen in der Tradition der Oberiuten stehenden Texten eher dem Tod als dem Leben, der Zukunft oder auch nur der Logik zugeneigt ist, verbucht sie unter das Postulat des Künstlerzirkels, nur ja nicht die Eigenständigkeit der Kunst der Macht zu verkaufen. So gehört denn auch für Pöhlmann "Erinnerung an Charms" zu den schönsten Stücken im Band. Zu sehen, wie gut Petrows Wortspiele auch in der Übersetzung funktionieren, macht Pöhlmann froh.
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