Aus dem Chinesischen von Sabine Peschel. Die Globalisierung fordert dringend einen intensiveren Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen. Verglichen mit früheren Zeiten hat die Poesie dabei heute eine ganz anders gelagerte Verantwortung. "Erkundung des Bösen" ist die jüngste Gedichtsammlung des chinesischen Dichters Yang Lian in deutscher Sprache. Sie steht in engem Zusammenhang mit den aktuellen Dilemmata Chinas und der Welt: Hongkong, die Pandemie, der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, Exilschicksale im neuen Kontext. Krise, Denken und Dichtung stimulieren sich wechselseitig, und die Frage nach der Menschlichkeit schließt sich an. Einzigartig ist diese Sammlung auch wegen der Übersetzungen durch eine vielseitige Gruppe deutschsprachiger Dichter:innen und Übersetzer:innen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2023
Für den hier rezensierenden Sinologen Wolfgang Kubin erweist sich der chinesische Dichter Yang Lian in diesem Band einmal mehr als "Lyrikgenie". Er wird der "obskuren Schule" der Achtzigerjahre in China zugerechnet, informiert uns der Rezensent. Die Lektüre seiner Gedichte ist "behutsam wie schwermütig", schreibt Kubin. Sie führe den Leser auf einen dunklen "Höllentrip", um ihn im letzten Zyklus des Bandes in das buddhistische Paradies zu entlassen. Wer empfindlich auf Pathos reagiert, sollte mit diesem Band allerdings vielleicht etwas vorsichtig sein, meint der Kritiker. Auch werde den Leserinnen viel "Männlichkeit" zugemutet, schreibt er, wenn der Dichter poetisch die Suche nach seiner toten Mutter verarbeitet, die er vor allem in anderen Frauen zu finden hofft. Dankbar ist der Kritiker nicht nur für diese Lyrik, sondern auch der Übersetzerin Sabine Peschel für ihre Leistung.
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