Aus dem Koreanischen übersetzt von Philipp Haas und Lee Byong-hun. Ich bin, wann immer ich Zeit hatte, auf den Hügel hinauf und hab mir alles von dort oben angeschaut. Den Fluss und das Meer, in das er mündet, das Flussdelta und die Flamingoschwärme, die das Delta jedes Jahr zur selben Zeit besuchten: Es war ein beeindruckendes Schauspiel, dieser Tanz der Flamingos in Formationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2012
In seiner Rezension des sechsteiligen Romans "Mondestrunken" des koreanischen Autors Jung Young Moon wird Steffen Gnam poetisch: Moon schreibe eine Geschichte der "Erleuchtung im Konjunktiv", schicke seinen Ich-Erzähler auf Reisen durch "spätkapitalistische Niemandsländer der Empathie", mit beigesetzten "surrealen Spurenelementen". Der Rezensent befindet, das Buch bewege sich irgendwo zwischen Dekonstruktion und Zen, also zwischen westlichem Schreiben und östlicher Philosophie. Der Autor verbinde die rätselhaften Episoden an ein Roadmovie erinnernden Erzählung durch den Verfall der Tradition, der sich als ihr gemeinsames Thema erweise - bei einer grotesken Totenfeier ebenso sehr wie bei der Chinakohlernte.
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