Yu Hua

China in zehn Wörtern

Eine Einführung
Cover: China in zehn Wörtern
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012
ISBN 9783100958075
Gebunden, 336 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Ulrich Kautz. Yu Hua ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Chinas. Seine Bücher haben sich in China Millionen Mal verkauft. Dass sein neues Buch China in zehn Wörtern von den Chinesen verboten wurde, liegt weniger an seiner Kritik am heutigen China als an den Parallelen, die er zwischen der Kulturrevolution und dem neuen kapitalistischen System zieht. Wie zu Zeiten Mao Zedongs, sieht Yu auch heute Unmenschlichkeit und Gewalt. Der Großteil der chinesischen Gesellschaft profitiert nicht vom Wohlstand, sondern wird auf brutale Weise an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die persönlichen Essays lassen aber auch Yus Verbundenheit zu seinem Heimatland erkennen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2013

Geschrieben für ein ausländisches Publikum (hier, wie der Rezensent festhält, in meisterhafter Übertragung ins Deutsche), bieten die zehn im Band enthaltenen Essays dem Rezensenten den Ausdruck einer zutiefst chinesischen Erfahrung, die Abwesenheit politischer Abstraktion, die laut Mark Siemons allerdings keinesfalls mit Harmlosigkeit zu verwechseln ist. So viel zur Sprache in Yu Huas hier versammelten, oft genug absurd traurigen Texten. Den Blick von unten lassen sie den Rezensenten nachvollziehen, den Blick auf eine Gesellschaft im Aufwind, die schon wieder auf der Kippe zum Abstieg steht, wie Siemons es umschreibt. Bestechend durch Lakonik und Sinn fürs Groteske im Detail, nehmen die Miniaturen ihn mit zu den Anfängen des chinesischen Kapitalismus, der stets auch die Revolution bedeutet, wie Siemons herausfindet.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2012

China gestern ist China heute, weiß Tilman Spengler nach der Lektüre von Yu Huas von Ulrich Kautz, wie Spengler findet, vorbildlich übertragenen Essays zur Lage der Nation. Dass der Autor bei allem politischen Engagement und aller kulturhistorischen Analyse nicht vergisst, zu erzählen und den Leser mit Anekdoten zu versorgen, gefällt Spengler. Huas These aber, wonach Chinas Turbokapitalismus nichts als ein Haufen alter, sozialistischer Kampftaktiken ist, hält Spengler für hinreißend. Zumal ihm der Autor lauter herrlich geschilderte Detailbelege dafür liefert.

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