Mann trägt wieder Rüschen,
nimmt Marion Löhndorf von der
NZZ aus der von
Gucci gesponserten Ausstellung "Fashioning Masculinities"
im Victoria and Albert Museum als Erkenntnis mit. "Da Luxusmode auch Spaß machen soll und verkauft werden will, geht die Schau ihre
Kampfansage an die Uniformen toxischer Maskulinität spielerisch-kokett an, im Verführungsmodus sozusagen. Denn um nichts Geringeres als Luxusmode durch die Jahrhunderte geht es in dieser Schau. Sie besitzt
tadellosen Chic und Schliff, und ein gutgelaunter Soundtrack begleitet vier clever gegliederte Kapitel des Parcours, die sich um verschiedene
Stadien des männlichen Aus-
und Angezogenseins drehen."
Autos der Gegenwart sind eine einzige, gestalterische Zumutung,
stöhnt Gerhard Matzig in der
SZ. Um wieviel schöner war das das
Autodesign der Siebziger: "Es beschreibt so zukunftsbesoffen wie ernsthaft optimistisch
eine Welt der technoiden Sehnsucht. Eine Alles-wird-gut-Welt, in der keilförmige, flache, abenteuerlich orthogonal geformte und zum Niederknien berauschende Autos zu Zeitmaschinen und
Utopien ihrer selbst werden. Samt Sicherheitsgurt dann von 1974 an. Und Deutschland wird auch noch Fußballweltmeister. Es ist offenbar
reine Magie. Zu Raum- und Zeitkapseln mit Warp-Antrieb werden Autos, die nicht mal richtig Wumms unter dem Hubraumdeckel haben; aber guckt man sie auch nur an, ist man schon auf Speed. Die Frauen, die werbewirksam nach alter Väter Sitte auf den bettengroßen Motorhauben liegen, sind gar nicht nötig, um das Begehren zu wecken."
Besprochen wird die Schau "Blanc de Blancs" in der
Villa Schöningen in Potsdam (
Tsp).