Im Frühjahr 1948 veranstaltete
Willem de Kooning seine erste Einzelausstellung in der New Yorker Charles Egan Gallery, sie sorgte für seinen Durchbruch. Zwölf jener Werke, die de Koonings Weg zu einem der wichtigsten
abstrakten Expressionisten begründeten, zeigt nun das
Princeton University Art Museum unter dem Titel "The Breakthrough Years",
freut sich Veronica Esposito im
Guardian: So sind Schlüsselwerke wie "Black Friday" und "Dark Pond" zu sehen: "Die Farbpalette der Schau ist auffallend reduziert; Schwarz- und Beigetöne dominieren, durchsetzt mit vereinzelten Farbtupfern, wie dem leuchtenden Gelb in 'Secretary' und dem betörenden Ocker in 'Gansevoort Street'. Die geschwungenen Linien des Künstlers tanzen in
kontrollierter Ekstase über die Leinwände, und sein präziser Einsatz von Schattierungen macht viele dieser Werke zu
wahren Festen des Negativraums."
Das Kollektiv
Art Not Genocide Alliance (ANGA) fordert in einem offenen Brief an Präsident Pietrangelo Buttafuoco
Israel von der
Biennale in Venedig auszuschließen, unterzeichnet wurde der Brief von 183 Künstlern, Kuratoren und Mitarbeitern. "
Zionistische Kräfte töten, inhaftieren und verfolgen palästinensische Künstler und Kulturschaffende, zerstören Museen, Archive, Kulturzentren, Schulen, Universitäten, Bibliotheken, Galerien sowie historische Gebäude und Denkmäler vollständig und schlachten Künstler, Musiker, Dichter und Schriftsteller ab", zitiert Gesine Borcherdt in der
Welt fassungslos: "Es ist verblüffend, dass Vertreter der internationalen Kunstszene ihre Namen unter Formulierungen setzen, die bewusst an die
Sprache historischer Verfolgungsnarrative erinnern, speziell das der Juden durch die Nazis - und dieses zugleich verschieben." Mehr noch: "Zugleich unterzeichneten den Brief auch
Künstler aus Katar und Saudi-Arabien - Staaten, deren Regime Kritiker einschüchtern, inhaftieren und hinrichten. Deren Pavillons sind also ok, und die darin ausgestellte
regimetreue Kunst auch?"
In der
FAZ verteidigt Hubert Spiegel die Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie
Donatella Fioretti, die sich gegen Vorwürfe verteidigen muss, eine studentische Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin
Basma al-
Sharif, die im Netz mit antisemitischen Sprüchen aufgefallen war, zugelassen und dabei die Öffentlichkeit ausgeschlossen zu haben (
unsere Resümees). Das mag Spiegel unsympathisch sein, aber die Wissenschaftsfreiheit erlaube auch das: "'Dismantle it', hat Sharif in einem ihrer Anstoß erregenden Beiträge geschrieben. Gemeint ist: Zerlegt,
zerstört Israel. Der antisemitische Gehalt ihrer Äußerungen ist also unzweifelhaft. Kein Zweifel besteht auch daran, dass Donatella Fioretti Fehler unterlaufen sind. Aber ist beides zusammen Grund genug, die
Freiheit der Wissenschaft infrage zu stellen?" Grund für eine Entlassung ist das jedenfalls nicht, findet Spiegel. Weitere Hintergründe
liefert Daniel Kothenschulte bei
Monopol.
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "You see what I might think and the pipes hear what the others see" mit Werken von
Ferdinand Dölberg in der
Galerie Anton Janizewski in Berlin (
taz), die Ausstellungen "
Daido Moriyama. Retrospektive" und "
Michelle Piergoelam. Across the Water" im
Foto Arsenal in Wien (
FAZ) und die große
Leonora-
Carrington-Schau im
Pariser Musée du Luxembourg (
monopol, mehr
hier).