Stichwort

Israel

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9punkt 04.07.2020 […] hier ein Bild im Weser Kurier. Der Historiker Wolfgang Reinhard hat in einem großen FAZ-Gespräch neulich (unser Resümee) nahezu alle heutigen Israelklischees in geradezu triumphalem Ton proklamiert - Israel sei ein kolonialistisches Projekt und ein Apartheidregime. Vehement widerspricht heute der Judaist Karl E. Grözinger: "So wie Tötung nicht gleich Mord ist, ist 'Siedlung' nicht gleich Kolonialismus […] anders kann man sie nicht verstehen und missdeutet sie. Und das muss man allen vorwerfen, die nun wieder einmal in einer 'Gelehrtendebatte' und ideologischen Straßenkämpfen die Juden, hier als Staat Israel, als Urgrund allen Übels betrachten." […]
9punkt 03.06.2020 […] noch." Was passiert, wenn Benjamin Netanjahu es ernst meint und tatsächlich Gebiete im Westjordanland annektiert? Richard C. Schneider, einst ARD-Korrespondent in Israel, zählt bei libmod.de auf gesellschaftliche Widerstände in Israel und der Diaspora: "Für Juden ist die Wahrung von Liberalismus und Demokratie etwas fundamental Wichtiges. Ohne sie könnten sie nicht in Frieden und Sicherheit leben […] jüdische Gemeinschaft zu 70 Prozent demokratisch wählt, dass man sich für andere Minderheiten einsetzt und gegen Donald Trump kämpft, der - laut Netanjahu - doch der beste Präsident sei, den es je für Israel gegeben habe. Doch das interessiert die amerikanischen Juden in der Mehrheit nicht. Sie können sich schon lange nicht mehr mit den antidemokratischen, nationalistischen und tribalen Entwicklungen im […]
9punkt 13.05.2020 […] Charlotte Wiedemann, taz-Reporterin und Autorin des Buchs "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" verteidigt Achille Mbembes Sicht auf Israel und möchte ähnlich wie neulich Stefanie Carp (unser Resümee) den Blick auf Israel aus postkolonialer Perspektive neu definieren: "Es gibt gute Gründe, die Schoah wegen des Ausmaßes und des Charakters der Vernichtung als einzigartig zu betrachten. Aber die […] die nicht unsere Tätergeschichte teilen, einen anderen Blick auf Israel haben? Für die Nachfahren von Kolonisierten, die seit Jahren ein deutsches Mahnmal für koloniales Unrecht fordern, ist es ein weißes Privileg, ausschließlich des Holocausts zu gedenken." Es ist gerade Mbembes Ideal der Versöhnung, die Mbembes Verhältnis zu Israel so heikel macht, schreibt in geschichtedergegenwart.ch Caspar Battegay […]
9punkt 30.03.2020 […] seinen Ursprünge in Ost-Berlin, schreibt Marko Martin nach Lektüre von Jeffrey Herfs Buch "Unerklärte Kriege gegen Israel" bei libmod.de: "Anders als RAF, Tupamaros und Revolutionäre Zellen, die - ähnlich wie die Studentenvereinigung des SDS - erst in Folge des Sechstagekrieges von 1967 Israel als 'faschistischen Aggressor' bezeichneten, hatte die DDR als treuer Vasall Stalins bereits seit ihrer Gründung […] ostdeutsche Staat, der heute noch vielen als 'zumindest klar antinazistisch' gilt, bis 1989 Waffen und militärische Ausrüstung an die PLO und jene arabischen Staaten lieferte, die sich im Kriegszustand mit Israel befanden." […]
Efeu 07.03.2020 […] FotokünstlerInnen zeigt, die mehrere Jahre in Israel und im Westjordanland gearbeitet haben. Israelische und palästinensische Künstlerinnen wurden nicht gefragt, Frederic Brenner, dem Initiator des Projekts kam es auf den Blick von außen an, so Granzin: "Die meisten der beteiligten KünstlerInnen waren, wie sie in Videointerviews erzählen, nie zuvor in Israel gewesen. Eine große Spannung habe sie gespürt […] Land geschickt worden war und anders als sonst gezielt nach Bildern suchen musste. Diese Aussage bildet einen bemerkenswerten Kontrast zu den großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern, die Lee aus ihrem Israel-Aufenthalt generiert hat und die gleichsam zu schweben scheinen. Es sind meditative Landschaftsaufnahmen mit nur wenigen Bildelementen, die zeitlose Ruhe und einfache Schönheit ausstrahlen." Weiteres: […]
9punkt 28.12.2019 […] Warum ist Israel ausgerechnet gegenüber den Deutschen so großzügig, wundert sich der Historiker und Schriftsteller Yishai Sarid im FAZ-Interview mit Ursula Scheer: "Meinem Gefühl nach ist etwas verkehrt an dieser Beziehung. Sie ist zu gut. Deutschland unterstützt Israel auf vielfältige Weise, und Israel geht nicht allzu hart mit Deutschland ins Gericht, etwa wenn sich dort wieder Antisemitismus zeigt […] zeigt. Umgekehrt kritisiert Deutschland Israel nicht. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich denke nicht, dass Deutschland das Recht hätte, ein scharfer Kritiker Israels zu werden, aber diese Harmonie ist künstlich. Früher haben viele Israelis aus Prinzip keine deutschen Produkte gekauft. Heute gibt es in Tel Aviv Biergärten, wo junge israelische Mädchen in Dirndl bedienen. Ich finde das seltsam, aber […]
9punkt 11.10.2019 […] Expertin für Rechtsextremismus, einst langjährige Stasi-Mitarbeiterin (Unser Resümee), von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg eingeladen wurde, um über das Verhältnis der DDR zu Israel zu sprechen, findet Hubertus Knabe in der NZZ absurd. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die Israelfeindlichkeit der DDR: "Schon Anfang der 1950er Jahre verhaftete die Stasi eine Reihe hochrangiger […] antiisraelische Hetze, oft mit antisemitischem Unterton, zum Alltag in der DDR. Gern wurde der jüdische Staat dabei mit Hitler-Deutschland verglichen - etwa wenn das 'Neue Deutschland' 1982 titelte: 'Israel betreibt die Endlösung der Palästina-Frage.' Die Stasi schrieb sogar Drohbriefe an Überlebende des Holocausts in der Bundesrepublik. Und sie kooperierte mit westdeutschen Rechtsterroristen, die sie […]