Bestellen Sie bei eichendorff21!Jette Wiese porträtiert in der tazAnnCotten, die aktuell einen Lyrikband bei Suhrkamp und beim Verbrecher Verlag ihre Poetikvorlesung in Leipzig veröffentlicht hat. Dass ihre Gedichte nur schwer zugänglich sind und einen gewissen lässigen Hochmut, verzeiht Wiese der Lyrikerin gern. "Warum sollte man auch verständlich sein wollen in einem Kulturbetrieb, der insgeheim erwartet, dass Autoren immer für irgendetwas stehen und ihre Texte nur so zu konsumieren seien? Zum anderen aber verzeiht man ihn, weil das Unverstandensein bei Cotten nicht resignativ ist, sondern durch eine ständige Suchbewegung unter Spannung steht: die Suche nach 'stabiler Präzision', wie sie im Gespräch sagt."
Mit vorsichtiger Skepsis sieht Felix Stephan in der SZChristopher Nolans als Autorenfilm-Blockbuster-Event des Jahres sich ankündigender "Odyssee"-Verfilmung entgegen: Trailer und Marketing lassen darauf schließen, dass hier einmal mehr ein Odysseus in der betont männlichen Lesart der Figur zu erwarten ist. Doch jüngere, von Frauen besorgte "Odyssee"-Übersetzungen aus dem englischen Sprachraum deuten die Figur mitunter anders - im Grunde als unzuverlässigen Erzähler: "Wo die traditionelle Überlieferung einen strahlenden, tugendhaften Helden sehen möchte, (...) sehen Emily Wilson und Mary Beard einen Mann, dem in allererster Linie nicht zu vertrauen ist, einen verschlagenen, aber fraglos charismatischen und einfallsreichen Heiratsschwindler." Pamela Jahns NZZ-Gespräch mit Nolan ist allerdings zu entnehmen, dass der Regisseur bei seiner Arbeit durchaus auch auf Wilsons Übersetzung zurückgegriffen hat.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Edith Kresta und Reiner Wandler sprechen in der taz mit DavidUclés, der mit "Die Halbinsel der verlassenen Häuser" im Stil des magischen Realismus über den spanischenBürgerkrieg schreibt und damit in seiner Heimat einen sensationellen Publikumserfolg erzielt hat - auch weil, wie er sagt, seine Generation vom Krieg nichts wisse, "weil wir es in der Schule nicht vermittelt bekommen haben". Literatur verkommt zum Accessoire, ganz wie die Reichtümer der Museen zum Backdrop für Selfies verzwergt werden, ärgert sich der SchriftstellerNormenGangnus im "Literarischen Leben" der FAZ. Tobias Rüther porträtiert in der FAS die SchriftstellerinAnousch Mueller, die mit "Lori" 13 Jahren nach ihrem Debüt ihren zweiten Roman veröffentlicht hat. Marie-Luise Goldmann verzweifelt in der Welt daran, wie Jahrzehnte nach dem von der französischen Theorie verkündeten "Tod des Autors" in den Fankulturen von Romantasy und Young Adult die nachgerade VergötterungdesAutors wieder fröhliche Urständ' feiert. In der FAZ-Reihe über die Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur widmet sich Stefana Sabin GertrudeSteins"Tender Buttons". Der Dlf-Büchermarkt spricht mit ChristineWunnicke, die eben mit dem Büchnerpreis ausgezeichnet wurde (unser Resümee). In der "Langen Nacht" von Dlf Kulturwidmet sich Sieglinde Geisel dem Schreiben im Exil.
Besprochen werden unter anderem LaraRüters "Affenliebe" (FR), Jean-PhilippeKindlers "Hier ist der Beginn und das Ende ist dort" (taz), MadelineCashs "Verlorene Schäfchen" (taz), MaylisdeKerangals "Brandung" (online nachgereicht von der Welt) und Lily Kings "Herz König" (FAS).
In der Frankfurter Anthologie schreibt Hans Christoph Buch über Carola Nehers "Sport":
"Ich liebe den Sport Tous les sports d'été et d'hiver Eishockey ..."
ChristineWunnicke hatte niemand so richtig auf dem Schirm für den Büchnerpreis - umso erfreuter sind die Kritiker über die Entscheidung, der Schriftstellerin diese höchsten Ehren der deutschsprachigen Literatur zukommen zu lassen. Die in eigener Sache sehr zurückhaltend auftretende Autorin ist "eine Art Fabelwesen des aufmerksamkeitsökonomisch gesteuerten Literaturbetriebs", schreibt Paul Jandl in der NZZ. In ihren "funkelnd klugen und hochkomischen Romanen und Novellen ... wird etwas verhandelt, das weder Gegenwartssucht noch Gegenwartsflucht bedient. Es ist ein Ausschreiten in die Vergangenheit, mit dem man schließlich wieder in der heutigen Welt ankommt. ... Mit leichter Hand streift sich diese Literatur Zeiten, Fachsprachen und Jargons über. Ein diabolischer Humor gehört genauso dazu wie eine exquisite Neugier auf Entlegenes."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Ihre "Prosa ist fein gezeichnet und dezent coloriert, in der Sache schwebt sie keineswegs, ist geerdet und konkret und interessant, aber die Sprache dazu darf Weißraum enthalten, sie heischt Aufmerksamkeit, aber nicht mit Exaltiertem, sondern mit Ökonomischem", schreibt Judith von Sternburg in der FR. Ihr Werk ist wohl "eines der eigensinnigsten in der deutschen Literatur der Gegenwart", kommentiert Jürgen Kaube in der FAZ - nicht zuletzt, weil sie mit ihren sehr schmalen Büchern nicht nur an Seiteninflation und Wälzertum kein Interesse hat: Auch "an Nationalgeschichte ist sie so wenig interessiert wie an Protagonisten, die ein geschichtsphilosophisches Pensum haben. Wunnicke befreit den Blick auf das Vergangene aus der Herrschaft der politischen Geschichte, es gibt, sagt jede Zeile von ihr, noch so viel andere. Sie erinnert uns nicht an große Zeiten, sondern daran, wie Individuen versuchen, sich in einer Wirklichkeit, die ihnen widrig ist, durchzuschlagen."
Tazler Ulrich Rüdenauer freut sich, dass die Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt endlich auch mal ein literarisches Werk auszeichnet, das sich auch durch Komik auszeichnet. "Wunnicke betreibt in ihren satirischen Vivisektionen, atmosphärischen Zeitporträts, liebevollen Charakterstudien fröhliche Wissenschaft und heitere Aufklärung. Sie decouvriert Mythen und macht das Mythische im Faktischen kenntlich, und das auf so wenig Raum und auf so kluge Weise, dass man über den Reichtum der schmalen Bücher bei jeder Lektüre staunen muss." Doch "das eigentlich Besondere ist, wie sie das macht - mit einer Sprache, die sich aller möglichen Register bedient, von historischen Fachsprachen bis zur Ironie, von der gedrechselten Wendung bis zum groben Dialog." Weitere Würdigungen in der Welt, auf Zeit Online und in der SZ.
Außerdem: Nikolai Klimeniouk berichtet in der NZZ vom ukrainischen Literaturfestival Meridian. Besprochen wird unter anderem Gerhard Henschels "Oma Jever" (FAZ).
Aktualisierung: Der Büchner-Preis geht in diesem Jahr an Christine Wunnicke. Hier die Begründung der Jury, hier die Liste ihrer Bücher im Perlentaucher.
Buch in der Debatte
Bestellen Sie bei eichendorff21!Hans Rudolf Vaget ist zweifellos eine absolute Thomas-Mann-Koryphäe, schreibt Edo Reents in der FAZ, doch mit seiner vor kurzem im "Jahrbuch Sexualitäten 2026" veröffentlichten Kritik an TilmannLahmes Mann-Biografie schlage der Literaturwissenschaftler fehl. Lahme legt in seinem Buch einen großen Fokus auf die Homosexualität des Schriftstellers - laut Vaget zu sehr. Doch biografisches Schreiben "darf sich auf eine lebens- und, wohlgemerkt, auch auf eine werkgeschichtliche persönliche Disposition konzentrieren. Jede Deutung unterliegt dem Risiko der Verkürzung. 'Die Homosexualität', so Vaget weiter, 'ist der untergründigste Motivationsfaktor in Leben und Werk, aber sie erklärt nicht alles - oder auch nur fast alles'. Das hat Lahme auch nicht behauptet. Natürlich, sein (...) engführendes Verfahren führt dazu, ja erzwingt es, dass manches andere, das der etablierten Forschung immer so wichtig war, links lieben bleibt. Doch den Vorwurf eines monokausalen Erklärungsmusters kann man bei so gut wie jedem spezifischen methodischen Zugriff erheben. ... Lahme sticht natürlich in ein Wespennest, wenn er der etablierten Forschung die Unterschlagung sowohl ganzer Briefe als auch von für die sexuellen Nöte besonders aussagekräftigen Tagebuchstellen ankreidet."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weiteres: Marlene Knobloch spricht für die Zeit mit dem Schriftsteller DaveEggers über dessen neuen Roman "Contrapposto". In der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur widmet sich Andreas Platthaus heute UptonSinclairs Schlachthofroman "The Jungle" von 1905.
Besprochen werden MaggieO'Farrells "Land" (FR), Jón Kalman Stefánssons "Himmelskörper am Rande der Welt" (NZZ), SvenjaLeibers "Nelka" (Zeit) und neue Sachbücher, darunter ValentinGroebners "Reiner, radikaler, intensiver? Das Mittelalter der Gegenkultur" (FAZ).
Paul Ingendaay schreibt in der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur über KateChopins"The Awakening". Besprochen werden unter anderem SzczepanTwardochs "Sehnsucht" (online nachgereicht aus der WamS), AndrewO'Hagans "Maifliegen" (FR), Tadeusz Borowskis Gedichtband "Imiona Nurtu. Die Namen der Strömung" (NZZ) und Vera Martynovs "41515 Wörter" (FAZ).
Das von Hildesheimer Studierenden organisierte Prosanova-Festival fand in diesem Jahr unter dem Motto "Zwischen Zungen" statt, entsprechend richtete sich die Aufmerksamkeit auf "körperliche Klänge, auf Sprache in ihrer fundamentalen Form" und darauf, wie vorgetragene Texte klingen, berichtet Eva Goldbach in der FAZ. Die Texte pendeln zwischen zwischen "Pop und Affirmation in der postdigitalen Welt einerseits, autofiktionalen Geschichten über Herkunft, Klasse und Geschlecht andererseits. Eindrücklich gelingt das OlgaHohmann, deren Performance musikalisch begleitet wird und Tonleiter, Walgesang und weitere Geräusche, darunter ein schleimiges Räuspern, zusammenbringt. Gedankenstromgeleitet und assoziativ erzählt sie von der Logopädie und von Kindheitserinnerungen. Die Stimme ist Mittel und Gegenstand selbst. ... MariusGoldhorn, SophiaEisenhut und RobinOgunmuyiwa lesen begleitet von grotesken Sounds. Sie gehen der Vorstellung einer totalen Zeitauflösung nach, die sich in der vollständigen Auflösung von Kohärenz im Text zeigt. Alles wird zu einem Vibe."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weiteres: In der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur widmet sich heute Stefana Sabin WaltWhitmans"Leaves of Grass". Besprochen werden neue Hommagen an altgediente Comic-Westernserien wie "LuckyLuke" und "Blueberry" (taz) und daneben vor allem Sachbücher, darunter ClaudiaWirsings "Anfang und Ursprung: Die klassische Metaphysik und ihre Kritik im 20. Jahrhundert" (FR), OddArneWestads "Der kommende Sturm. Der nächste grosse Krieg und wovor die Geschichte uns warnt" (NZZ) und VolkerDepkats "Die amerikanische Revolution" (FAZ).
Erobern die "WeirdGirls" wirklich die Literatur oder handelt es sich nur um einen Marketinghype, fragt sich Maja Goertz auf Zeit Online. Im Mittelpunkt der so gelabelten Romane stehen unglückliche, nicht immer ganz sympathische junge Frauen, die von "gesellschaftlich erwarteten Verhaltensweisen" abweichen, wobei "die Geschichten oft ins Surreale kippen. ... Aber reicht das schon für ein Genre?" Oft geht es in den Romanen und Geschichten um abjekte Erfahrungen oder existenzielle Krisen. "Dass die entsprechenden Protagonistinnen 'Weird Girls' genannt werden, hat durchaus einen unguten, stigmatisierendenBeigeschmack. Doch dass diese Themen auf bizarre, surreale, metaphernreicheArten erzählt werden und sich die Protagonistinnen gesellschaftlich nicht akzeptiert verhalten - ist das nicht weniger ein Genre als vielmehr die Freiheit des Geschichtenerzählens?" Goertz nennt unter anderem MonikaKims"Das beste sind die Augen", Gráinne O'Hares "Thrist Trap", Mona Awads "Bunny", Verena Keßlers"Gym", Madeline Cashs"Verlorene Schäfchen",Rachel Yoders "Nightbitch", Olivie Blakes "Girl Dinner" und Ottessa Moshfeghs"Mein Jahr der Ruhe und Entspannung", die sich als "weird girl fiction" diskutieren lassen. Auch die Romane von SayakaMurata könnte man in diesem Kontext sicher erwähnen.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weiteres: Sylvia Staude spricht für die FR mit OliverBottini über dessen CumEx-Krimi "Die Summe aller Dinge". Rahel Bueb berichtet in der taz von der Verleihung des Internationalen Literaturpreises an AndrásVisky für seinen Roman "Die Aussiedlung" und dessen Übersetzerin TimeaTankó. In Tokio bildeten sich lange Schlangen, als dort HarukiMurakamis neuer Roman "Die Geschichte von Kaho" erschienen ist, berichtet David Pfeifer in der SZ. Zu allgemeinem Erstaunen führte insbesondere der Umstand, dass Murakami - dessen Romane zuweilen auch einmal ganz ohne weibliche Figuren auskommen - erstmals eine weibliche Erzählfigur präsentiert. Jan Küveler reicht in der Welt zum 250-jährigen Bestehen der USA zehn Schlüsseltexte zum besseren Verständnis der Nation. In der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur widmet sich Jürgen Kaube heute dem lyrischen Werk von EmilyDickinson.
Besprochen werden unter anderem der von Annika Reich und Mirjam Wittig herausgegebene Band "Wenn ich deine Worte lese, finde ich den Weg zurück nach Hause" mit Briefen von Autorinnen im Exil (Zeit), der von Horst Lauinger und Stefan Wagner herausgegebene Band "I Have a Dream" mit zahlreichen Reportagen, Essays, Storys und Gedichten über die USA (Standard), RachelKhongs "Real Americans" (Standard), RonjavonRönnes "Alles Liebe" (NZZamSonntag), MiroslavHlaucos "Pfingsten" (NZZ), SydneySmiths Bilderbuch "Mit dem Sturm um die Wette rennen" (SZ) und neue Krimis, darunter MaciejSiembiedas "Katharsis" (FAZ).
In der FAZ hält die SchriftstellerinMarica Bodrozic nicht viel von Sprachmodellen, lieber greift sie zum Roman "Das Haus" des französischen SchriftstellersJulien Gracq. "Es sei für einen Schriftsteller heute ein Glücksfall, heißt es im gleichen Buch, nie in Mode gewesen zu sein, sondern in einer Zone des Rückzugs und des Halbschattens verweilt zu haben, wo ihn nur jene aufsuchten, die wirklich Lust hatten, ihm zu begegnen. Eine Aussage, die für alle Begegnungen unserer Zeit gelten kann und Sehnsucht weckt nach Wahrhaftigkeit, nach Gesprächen, die aus den Situationen entstehen und nicht zielgerichtet bereits im Vorfeld forciert werden." Genau diese Art von Gespräch wollen die Sprachmodelle ersetzen. "Die doktrinären Kräfte unserer Tage greifen nun zielgenau diese menschliche Sprache der Begegnung und des Erlebens an, umzingeln die innerste Landschaft unserer Seele und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten, wenn wir unserer eigenen Kreativität nicht vertrauen oder sie erst gar nicht entwickeln." In der FAZ stellt die SchriftstellerinEmma Braslavsky eigene Überlegungen zum Thema KI an.
Was bedeutet der 4. Juli heute in Amerika, fragt sich der amerikanische SchriftstellerT.C. Boyle in der SZ. Er kenne jedenfalls niemanden, dem zum Feiern zumute sei. "Ist es vorstellbar, dass es beim 250-jährigen Geburtstag anders ablaufen wird? Der 4. Juli. Hot Dogs, Baseball, Paraden, Coca-Cola, Bier, Feuerwerk, gute Laune und Hoffnung für die Zukunft. Ein Tag, an dem man sich entspannt und unsere gemeinsame Geschichte in ihrer ganzen Pracht feiert. Aber nicht dieses Mal, nicht in diesem Jahr. Niemand, den ich kenne, ist in der Stimmung, irgendetwas zu feiern."
Weiteres: In der Welterinnert Elmar Krekeler an Walter Trier, der unter anderem die Cover von Erich Kästners Kinderbüchern gestaltet hat. Karlotta Ehrenberg unterhält sich in der taz mit der Nora Gomringer über ihren Vater Eugen Gomringer. Die tazstellt einen alternativen literarischen Kanon für Amerika auf: H.P. Lovecrafts "Berge des Wahnsinns", Valerie Solanas "SCUM Manifesto" oder Henry Bessons "Am Rande der Welt". In der FAZ schreibt Tilman Spreckelsen den Nachruf auf den im Alter von 73 Jahren gestorbenen SchriftstellerBernd Rauschenbach. Eva Ladipo (FAZ) erklärt, warum in London erst jetzt eine Gedenktafel für Stefan Zweig aufgehängt wurde. In der tazschaut sich Christoph Haas Hommage-Bände von "Blueberry" und "Lucy Luke" an. Der LiteraturwissenschaftlerMathias Mayer (FAZ) befragt Werke von Schiller, Büchner und Musil nach einer "Ethik des Unmoralischen".
Besprochen werden unter anderem Angelika Meiers "Feierabend eines Fauns" (FAZ), Szczepan Twardochs "Sehnsucht" (Literarische Welt), "Ein Ort namens Kumait" (FAZ) von Najem Wali, "Alles Liebe" von Ronja von Rönne (Literarische Welt), und "Ein Leben lang gesucht" von Kae Tempest (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Niklas Bender über Ugo Foscolos "An Zakynthos":
"Die heiligen Gestade, die als Kind mich behüteten, werd nie mehr ich betreten, geliebtes Zakynthos, das in den Wogen des Meers sich widerspiegelt, wo einst Venus..."
Gerrit Wustmann freut sich auf 54books über den Erfolg der OnlineplattformWeiter Schreiben, die Texten von Autorinnen und Autoren aus Kriegs- und Krisengebieten ein Forum bietet und damit bereits zahlreiche Buch- und Magazinveröffentlichungen ermöglicht hat. Vielen von ihnen bot das Projekt eine erste Anlaufstelle. "Als die iranische AutorinAtefeAsadi, Jahrgang 1994, im Jahr 2021 nach Deutschland kam, kannte sie niemanden, war zuerst ganz auf sich gestellt. ... 'Ich hatte das Gefühl, alles verloren zu haben, was meinem Schreiben früher Sinn und Kraft gegeben hatte: meine persische Sprache, meine Inspirationen und sogar meine Leserinnen und Leser', erinnert sie sich. ... Seither sei Weiter Schreiben für sie 'wie eine Familie' geworden. ... In den kalten Tagen des Exils war es wie eine kleine Flamme, die weiter brannte. In einer Zeit, in der ich wirklich nicht wusste, was ich mit meinem Leben und meinem Schreiben anfangen sollte, hat mich dieses Projekt daran erinnert, warum ich den Iran verlassen hatte: dass diese Entscheidung nicht falsch war und dass ich hier bin, um weiter zu erzählen.'"
Weitere Artikel: In der FAZ führt Stephan Berg durch die Literatur- und Filmgeschichte des Serienkillers und denkt darüber nach, ob dessen anhaltende Konjunktur viellleicht auch etwas mit dem "rücksichtslosegomanen, hegemonialenPolitikstil" von Trump, Putin und Co zu tun hat. Hilka Dirks hat für die taz eine Tagebuch-Lesung des Schriftstellers ChristophNarholzbesucht. Für Dlf Kulturspricht Susanne Führer mit dem Verleger und AutorKlaus Bittermann über dessen Leben und Werk. In der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur widmet sich Stefana Sabin HenryJames' "Der Amerikaner" aus dem Jahr 1874. Tilman Spreckelsen schreibt in der FAZ einen Nachruf auf den SchriftstellerBernd Rauschenbach, der außerdem die Arno Schmidt Stiftung geleitet hat. Der Tagesspiegelkürt die besten Comics des Quartals - mit Flix' und ReinhardKleistsLucky-Luke-Hommage "Die Grimm Brothers" auf Platz Eins.
Besprochen werden unter anderem AngelikaKlüssendorfs "Trost" (FR), ThomasKunsts "Masleboi" (Standard), die von FriederikeSchilbach herausgegebene Anthologie "Die Damentoilette. 22 Liebeserklärungen" (Tsp), Charlotte Kerners Biografie "Pionierin der Moderne" über die Architektin und Designerin Eileen Gray (FAZ) und Florian Klenks Biografie "Ausreden" über die Serienmörderin Elfriede Blauensteiner (SZ).
Bestellen Sie bei eichendorff21!Im Zeit-Gespräch erklären Gerda Raidt und NiclasRichter, warum sie mit "Klassenbuch" ein Kinderbuch über Klassismus geschrieben haben. In der NZZ freut sich Judith Leister darüber, dass das für die Geschichte der deutsch-jüdischen Nachkriegsbeziehungen äußerst wertvolle Archiv der Münchner Buchhändlerin RachelSalamander der Monacensia übergeben und damit der Forschung zugänglich gemacht wird (mehr dazu bereits hier). Patrick Bahners widmet sich in der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur Mary Baker Eddys"Science and Health" von 1875. Die Zeit empfiehlt in ihrer aktuellen Ausgabe zahlreiche Bücher für den Sommer. Dem schließt sich Tell an.
Besprochen werden unter anderem Stella Gaitanos "Eddos goldenes Lächeln" (FR), Emy Koopmans "Leichter Wahnsinn" (SZ), die historisch-kritische Ausgabe von Karl Mays "Der Schut" (FAZ) und FrancisFukuyamas Autobiografie (NZZ).
Bestellen Sie bei eichendorff21!Hamburg bekommt einen Semra-Ertan-Platz, meldet Alexander Diehl in der taz, und zwar unweit von jener Kreuzung, an der sich die Dichterin 1982 aus Protest gegen Rassismus das Leben nahm. Christiane Lutz spricht in der SZ mit dem Bestseller-Autor MattHaig unter anderem über dessen depressive Lebensphasen. In der FAZ-Reihe zur Geschichte der USA im Spiegel ihrer Literatur befasst sich Andreas Platthaus heute mit Louisa May Alcotts vor wenigen Jahren von Greta Gerwig verfilmtem Klassiker "Little Women".
Besprochen werden unter anderem Lídia Jorges "Die Stunde der Nelken" (taz), Dieter Fringelis Gedichtband "das leben gefällt mir auch ohne mich" (FR), eine Ausstellung in Kassel mit Arbeiten der Märchenbuchillustratorin HelgaGebert (FAZ), Radka Denemarkovás "Schokoladenblut" (SZ), OlgaTokarczuks Erzählungsband "Spiel auf vielen Trommeln" (NZZ) und neue Sachbücher, darunter GeertjandeVugts kulturwissenschaftliche Studie "Der Wunsch zu verschwinden. Über Fingerabdrücke" (FAZ).
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