Magazinrundschau - Archiv

The California Sunday Magazine

4 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 26.09.2017 - California Sunday Magazine

Ann Friedman erzählt die Geschichte, wie die Modedesignerinnen Kate und Laura Mulleavy vom Modelabel Rodarte mit "Woodshock" einen experimentellen Kunst-Spielfilm mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle gedreht haben. "Um den Film fertigzustellen, quetschten sie die Produktion zwischen die Modesaisons. Die meisten Marken liefern vier oder mehr Kollektionen pro Jahr. Rodarte hingegen nur zwei. Sie drehten den Film im Sommer 2015 und erstellten dann eine Herbstkollektion. Im Oktober gingen sie in den Schneideraum, unterbrachen die Arbeit aber, um im Januar 2016 eine Rodarte-Kollektion zu erstellen. Im März machten sie sich wieder an die Arbeit an dem Film. ... Den Sommer über reisten sie nach London und Schweden, um den Soundtrack, die Farbgebung und die Tonspur zu vollenden. Im September präsentierten sie eine weitere Rodarte-Kollektion. Im Oktober folgte die Endabmischung des Tons. 'Es war wirklich verrückt', sagt Kate."

Der Trailer lockt mit verführerisch kristallinen Bildern, die Kritiker schlachten den Film derweil:


Magazinrundschau vom 09.02.2016 - California Sunday Magazine

Tienlon Ho begleitet René Redzepi, den zur Zeit vielleicht angesagtesten Koch der Welt, nach Sydney, wo er, zum Teil unter Einschaltung alten Aborigine-Wissens, die Eröffnung eines neuen Restaurants vorbereitet. Zuvor machte er allerdings Station in Japan, wo er mit dem japanischen Koch Namae Shinobu unterwegs war: "Als er einen Himbeerbauern bat, ihm das Produkt grün und unreif zu verkaufen, musste Namae den Bauern überzeugen, dass Redzepi ein richtiger Koch war. Redzepi wollte keine Pilze kaufen, er interessierte sich für die Sägespäne, auf denen sie wuchsen. Bei einem Ausflug schockierten die Küchenchefs ihre Begleiter, als sie Holzameisen probierten, die sie auf dem Waldboden fanden. Die Ameisen würden später dazu dienen, lebendige Botan Shrimps zu würzen. Selbst die Verabreichung von Shrimps in diesem Zustand sorgte für Verblüffung, weil Sushi-Chefs normalerweise die Konsistenz der Shrimps einige Tage nach der Totenstarre preisen."

Solche Spezialitäten würde Daniel Le Bailly de La Falaise, der der High Society einst entrinnen wollte, indem er Koch lernte, und der nun für die High Society kocht, wohl nicht reichen - so Cody Delistraty in einer Reportage, die Longreads-Leser selbst finanziert haben.

Magazinrundschau vom 08.12.2015 - California Sunday Magazine

Eric Ducker porträtiert den 22-jährigen Rapper Vince Staples, dessen Debütalbum gerade Furore gemacht hat, und der im Rap Geld, aber keine Zukunft sieht. Jedenfalls nicht für Schwarze: "Er beschreibt Rap 'als meine beste Option'. Dennoch sieht er ihn als ein weiteres System, das Schwarze gegeneinander ausspielt, eine weitere Kultur der Negativität. Seiner Ansicht nach verweist das auf ein größeres Problem. 'Rap entwickelt sich nicht mit der Zeit' sagt er. 'Ich finde das unglücklich, denn Rap-Kultur ist eine Erweiterung der schwarzen Kultur, egal was die Leute sagen. Das zeigt, dass wir besser werden müssen.'"

Hier eine Kostprobe:


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Stichwörter: Rap, Rapper, Staples, Vince

Magazinrundschau vom 04.08.2015 - California Sunday Magazine

Amy Qins Reportage über das kommende Napa Valley Chinas, das Jade Valley, ist wunderbarer Lesestoff für eine kurze Reise. Sie erzählt die Geschichte des Architekten Ma Qingyun, der es sich zur Jahrtausendwende in den Kopf setzte, als erster in China Wein zu produzieren. Denn sah es in seinem Heimatdorf nicht genauso aus wie in der Toskana und im Napa Valley? In den ersten Jahren war es einfach learning by doing - oder, wie Manager Sun Dahai es ausdrückt: den Fluss überquerend, während man sich an den Steinen orientiert: "Nach drei Jahren, 2003, produzierte Jade Valley etwa 1500 Flaschen aus seiner ersten Lese. Als der Wein gereift war, veranstaltete Ma eine Weinprobe für sein Team und einige seiner ehemaligen Schulkameraden. Der Wein war schrecklich: ungefiltert, halb fermentiert, ein milchig pinkfarbener Saft, der bitter schmeckte. Aber das machte nichts. "Sobald ich sah, dass die Leute beschwipst wurden, wusste ich, dass der Wein Alkohol enthielt", erzählt Ma. "Das machte mich sehr stolz." Nach der Probe verteilten sie 500 Flaschen an die Angestellten und destillierten den Rest zu Brandy, wie es Weinbauern oft mit einer schlechten Lese machen. Ma und seine Mitarbeiter machten mehr Wein und mehr Wein und wurden immer besser mit jedem neuen Schub..."
Stichwörter: Alkohol, China, Weinanbau