Magazinrundschau - Archiv

Il Foglio

72 Presseschau-Absätze - Seite 8 von 8

Magazinrundschau vom 13.12.2005 - Foglio

Der Überfall auf die israelischen Athleten durch ein palästinesisches Kommando während der Olympischen Spiele 1972 in München (mehr) und die Verfolgung der Attentäter durch den Mossad hat Steven Spielberg zu dem Film "Munich" animiert. Für Alessandro Giuli geht es in seinem Beitrag (nur als pdf) in der Wochenendbeilage angesichts der gnadenlosen israelischen Vergeltungsaktionen (einer der Drahtzieher wurde noch 1991 in Tunis getötet) um die derzeit wieder brisante Frage, welche Grenzen auch demokratische Staaten überschreiten, wenn sie sich im Krieg sehen. "An diesem Punkt wird klar, dass der Staat im Ernstfall nicht nur jedes Privatrecht bricht, sondern sich auch über jedwede Ethik hinwegsetzt, die ihn eigentlich leiten müsste. Letzlich gibt es nur eines, was der Staat immer sichern wird: sein Überleben."

Weiteres: Stefania Vitulli erzählt die Entstehungsgeschichte des Films. Marianna Rizzini beschreibt den Spielbergschen Drang zur Historie. Richard Newbury erinnert an den Anschlag "jesuitischer Dschihadisten" auf das englische Parlament 1605. Und Stefano Di Michele schildert, wie man zu Zeiten Darwins über die Sexualhygiene aufgeklärt hat.

Magazinrundschau vom 06.12.2005 - Foglio

Vorab: die italienische Tageszeitung il Foglio gibt es online zu lesen, allerdings nur als pdf. Nach dem begeisterten Lob im Spiegel letzte Woche, haben wir uns mal die Wochenendausgabe angeguckt und gleich was gefunden..

Die kommunistische Partei Italiens entfernt Hammer und Sichel aus der Parteifahne. Sergio Soave schreibt eine kleine Geschichte des Symbols, in der er auch darauf hinweist, dass der Realist Lenin nicht die nach außen hin vielbeschworene Allianz mit Arbeitern und Bauern im Sinn hatte, als er sie auf die sowjetische Fahne hievte. "Lenin, der ein exzellenter Propagandist war, hatte bemerkt, dass der stilisierte Hammer dem christlichen Kreuz und die Sichel dem islamischen Halbmond sehr ähnelten, also den Symbolen der beiden weitverbreitetsten Religionen des zaristischen Imperiums, das er zu erobern gedachte."