Amy Rosenthal
trifft den nun neunzigjährigen
Orientalisten Bernard Lewis, der erklärt, wie man es hätte machen müssen im Irak. "Als allererstes hätte man eine
irakische Autorität aufbauen müssen, an die man die Macht übergeben kann. Die Invasion des Iraks wäre gar nicht nötig gewesen. In den Neunzigern gab es die sogenannte "
freie Zone" im Norden. Etwa ein Fünftel des Landes und der Bevölkerung gehörten nicht mehr Saddam Hussein, , sondern wurden von kurdischen Führern und dem
Nationalkongress kontrolliert. Da hätte man was machen können, aber es ist nichts passiert. So wurde eine großartige Möglichkeit vergeben. Nach der Invasion ist dieser Widerstand völlig zusammengebrochen."
Marie Antoinette wurde Opfer einer
Medienkampagne,
meint Siegmund Ginzberg. Angefangen hatte es als von Neidern lancierter Hofklatsch, dann "vervielfältigten sich die
Pamphlete und Karikaturen. Die Tatsache dass der junge König seit sieben Jahren nicht imstande war, die Ehe zu vollziehen, wurde zum Objekt von Spekulationen und Schmähungen. Man diskutierte wild und erging sich in sämtlichen
intimen Einzelheiten. Wenn der Ehemann irgendein Problem hatte, war es nur logisch, dass sich die junge und brillante Ehefrau nach einer sexuellen Alternative umsehen musste. Man dichtete ihr Haufen an Liebhabern
beiderlei Geschlechts an. Man sagte, dass ihre Kinder, die designierten Thornerben, von jemandem anderen stammen müssen (immer wieder gingen die Vermutungen in Richtung des
jüngeren Bruders von Ludwig XVI.). " Ihren Höhepunkt fand die öffentliche Antipathie direkt nach der Hinrichtung, schreibt Ginzberg, als ein Revolutionsblatt titelte: "Das Flittchen Marie Antoinette hat den Tod gefunden, den sie verdiente, wie eine
Sau im Schlachthof."