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Amour Fou

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Und jetzt alle: Greed!

Im Kino 30.03.2011 […] Er zahlt dafür, einen Junkie beim Fixen beobachten zu dürfen, er imaginiert sich in die proletarisch geprägte Kindheit eines anderen: ein Vater, der nachts bei BASF arbeitete, eine kleine, hellhörige, düstere Wohnung in Mannheim. Aber die amour fou, die er mit Svenja beginnt, ist etwas ganz anderes, sie reißt ihm sanft aber bestimmt den Boden unter den Füßen weg, es geht plötzlich nicht mehr um die - ebenfalls problemlos mit seinem Umfeld kompatible - rückwärtsgewandte Sehnsucht nach etwas Ursprünglichem, nach einer weniger abstrakten Welt, in der man nach der Nachtschicht körperlich erschöpft nach hause kommt; es geht, davon künden schon die Reflexionen in den Drehtüren der Bankgebäude, in denen sich Materie in optische Illusionen verflüchtigt, nicht um eine Welt vor, sondern um eine Welt nach dem Investmentbanking. […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer