Stichwort

Hieronymus Bosch

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Mit Fischaugenkamera aus Ameisenperspektive

Im Kino 30.06.2014 […] Ein bisschen ist das so, als hätten Terry Gilliam und Wenzel Storch Stechapfeltee getrunken und anschließend ein Gemälde von Pieter Brueghel dem Älteren mit Fischaugenkamera aus Ameisenperspektive erkundet und dabei zuweilen auch mal einen Ausflug zu Hieronymus Bosch unternommen. Was man zu sehen kriegt - neben einem atemberaubend texturreichen Set - sind von heutigen regulierten Körpern völlig unterschiedliche Menschen: Blödsinnige, wahnsinnige, eigentümlich freie, eigentümlich unfreie Menschen - eine sonderbare Erfahrung, die man da als von Gesellschaft und Kinoanordnung disziplinierter Mensch macht: So viele Menschen da im Bild zu sehen sind, soviele sitzen ja auch hier im Kinosaal, nur dass wir hier im Kino eben aufgereiht sind und uns sittlich benehmen, ganz im Gegenteil zu allem, was die Menschen da in dieser anderen Welt auf der Leinwand treiben. […] Von Thomas Groh

Leseprobe zu Hans Christoph Buch: Baron Samstag. Teil 3

Vorgeblättert 25.02.2013 […] So besehen, waren die Gemälde von Hieronymus Bosch, die er im Prado bewundert hatte, keine Visionen eines krankhaft genialen, überreizten Gehirns, sondern realistische Darstellungen der Wirklichkeit: Es genügte, Suchbegriffe wie oral oder anal, Sado oder Fetisch in den Computer einzugeben, um Bilderfolgen zu sehen, im Vergleich zu denen Hieronymus Bosch ein harmloser Chorknabe war: "Seine Hände griffen lauter Henkel, / und der Schatten schob sich auf wie Schenkel / warm und zu Umarmungen erwacht", hatte Rilke geschrieben, der letzte deutsche Dichter, der noch religiöse Anfechtungen gekannt hatte und für den Christentum mehr bedeutete als ein leeres Wort. […]

Deutsche Helden

Mord und Ratschlag 21.06.2002 […] Zudem ist Eckert ein Verehrer des in den USA überaus erfolgreichen Michael Connelly (einer seiner Romane wurde gerade von Clint Eastwood verfilmt), der seinen moralisch ambivalenten Polizisten-Protagonisten Harry (eigentlich Hieronymus) Bosch in LA ermitteln lässt. Horst Eckerts jüngster Roman "Ausgezählt" ist sein bisher umfangreichster und erzählt in bewährter Manier eine verwickelte, aber sehr, vielleicht ein wenig zu eng geknüpfte Geschichte um Drogen und Korruption, in die der Polizist Bruno Wegmann sich verstrickt. […] Von Ekkehard Knörer