Stichwort

Camorra

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Magazinrundschau 15.06.2012 […] Die Lettre übernimmt aus Vanity Fair William Langewiesches große Reportage über die Camorra, deren Clans sich in Neapel einen finsteren Krieg liefern, seit Paolo di Lauro, einer der großen Bosse, verhaftet wurde: "Die Camorra ist keine Organisation wie die Mafia, die man von der Gesellschaft trennen, im Gerichtssaal disziplinieren oder auch nur klar definieren könnte. Sie ist eine amorphe Gruppierung […] Netzwerk von Nutznießern, Klienten und Freunden ... Die Neapolitaner nennen sie resigniert oder stolz das 'System'. Die Camorra gibt ihnen Arbeit, leiht ihnen Geld, schützt sie vor der Regierung und hält sogar die Kriminalität auf den Straßen kurz. Das Problem ist jedoch, dass die Camorra außerdem in regelmäßigen Abständen versucht, sich selbst zu zerreißen, und dann müssen die gewöhnlichen Neapolitaner […]
Magazinrundschau 01.05.2012 […] William Langewiesche erzählt die Geschichte des Camorra-Bosses Paolo di Lauro, der 2006 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Langewiesche scheint das eher zu bedauern: Unter di Lauro sei es relativ friedlich zugegangen in Neapel, seine Nachfolger hätten sich dagegen sofort in Verteilungskämpfe gestürzt. "Die Camorra dient der Gesellschaft am besten, wenn sie stark ist. Alle Richter, mit denen ich […] zusammengefasst: 'Wir haben keine Wahl. Die Camorra hat einen Anti-Staat erschaffen, dessen Existenz die Legitimität des italienischen Staates bedroht. Wenn die Gerichte darauf nicht reagieren würden, wären sie nicht mehr real. Wenn die Gerichte nicht real sind, wird Italien nicht überleben ...' Ich erwähnte das gegenüber einer Strafverteidigerin der Camorra. Sie kannte den Richter und sagte: 'Der Anti-Staat […] Anti-Staat ist der Staat selbst. Es ist der Staat, nicht die Camorra, der Italien erwürgt.'" […]