Stichwort

Gesicht

2 Presseschau-Absätze
9punkt 03.03.2021 […] Die Sichtbarkeit des Gesichts ist eine Grundvoraussetzung für unsere Zivilisation, meint in der NZZ Thomas Ribi, der sich weder an Burka noch an Geschichtsmaske auf Dauer gewöhnen will. "Ein Gesicht, das ich sehe, zeigt mir, was ich bin. Im Gesicht jedes Menschen erkenne ich mich selber und zugleich den anderen als meinesgleichen. Dass ich vom anderen das sehe, was ich von mir nie sehen werde, verweist […] dessen versichern, was ich mir nicht bestätigen kann: dass ich ein Mensch unter Menschen bin. Indem ich dem anderen mein Gesicht zeige, sage ich auch: Das bin ich! Doch das ist nicht mehr als eine Behauptung, die der Bestätigung bedarf. Erst im Blick eines Menschen, dem ich ins Gesicht blicke, bekomme ich sie. Und spüre augenblicksweise, dass ich nur im anderen ich selbst sein kann. Und er nur in mir." […]
Efeu 26.08.2017 […] n Blick. Man wird angeschaut, ohne selbst in ein Gesicht zu blicken. Doch dann gemahnt der Sehschlitz in seiner Mandelform selbst an ein Auge. Trotz der Verschleierung kennzeichnet der Blick ein Subjekt." Und in der SZ stellt Bernd Graff fest: "Überall tauchen diese nicht mehr angeschauten Gesichter in unserem Leben auf: Neben den realen Gesichtern anonymer Zeitgenossen sind es medial vermittelte […] Nachrichtengesichter, Werbegesichter, TV-Gesichter, Digital- und Robotergesichter. Ein perfektes künstliches Gesicht, das die Künstlerin Kate Cooper aus einem Digitalbausatz komponiert hat, ziert denn auch das Ausstellungsplakat. All diese Gesichter wollen anscheinend zu uns sprechen, aber wir schauen sie nicht mehr an. Damit entziehen wir uns dem Wechselspiel der Blicke, das konstitutiv ist für einen […] wohl klüger, sensibilisiert." Bild: Köpfe historischer Schaufensterfiguren, Sammlung Wolfgang Knapp, Mannheim Klug und aktuell finden die Kritiker die Ausstellung "Das Gesicht" im Dresdener Hygienemuseum, die die Bedeutung des Gesichts in unserer Kultur und die Möglichkeiten der Lesbarkeit hinterfragt. Fasziniert betrachtet FAZ-Kritiker Jürgen Müller etwa Robert Longos großformatige Fotoarbeit einer […]