Stichwort

Kitsch

3 Presseschau-Absätze
Efeu 28.01.2019 […] (mehr dazu hier): Es herrscht Redebedarf, was Kitsch betrifft, stellt Paul Jandl in der NZZ fest. Ein beliebtes Argument der Apologeten lautet, "dass der schwere Stoff für ein breites Publikum aufbereitet ist. Ist er das wirklich? Die mundgerechte Schlichtheit verändert auch den Stoff. Es ist eine Nonchalance der Wahrheit gegenüber, die sich mit dem Kitsch besonders gut verträgt. Dem geht es ja auch […] auch nicht um Wahrheit. ... Wirklich explosiv ist der Kitsch, wenn in ihm das Ethische ästhetisch verbrämt werden soll. Im schlimmsten Fall landet man dann bei der Nazi-Monumentalästhetik. Das, worum es beim Historienkitsch à la Takis Würger geht, ist natürlich vergleichsweise lächerlich. Es ist die Verharmlosung des gar nicht Harmlosen." Im Presse-Kommentar kommt Karl Gaulhofer derweil zu dem Schluss […]
Magazinrundschau 15.03.2018 […] Barthes in Frankreich studierte er schon in den Fünfzigern populäre Mythen und den "Kitsch", und griff damit einen damals noch nicht geläufigen Begriff auf, der im Jahr 1938 von Clement Greenberg geprägt worden war, so Lorenzo Barberis im Blog Lo Spazio bianco (in dem es vor allem um Comics geht). "Aber Dorfles sieht den Kitsch nicht einfach als etwas Negatives, sondern vielmehr als Kontrastfolie, vor der […] der sich das künstlerisch Schöne erkennen lässt. Wie schon teilweise bei Greenberg können 'Avantgarde' und 'Kitsch' als Extreme gesehen werden, auch im Prozess der Verbreitung bestimmter Ästhetiken und ihrer Banalisierung, sobald sie sich durchgesetzt haben. Von daher gewinnt der Kitsch eine Funktion und ist als soziologisches - wenn auch nicht ästhetisches oder künstlerisches - Phänomen wert, erforscht […]