Stichwort

Medea

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Efeu 01.08.2019 […] "Médée" Premiere: Mit viel Videofilm im Hintergrund und einer Medea, die keine antike Zauberin und Überfrau mehr sein darf, sondern eine ganz gewöhnliche Emigrantin aus dem Osten ist, die in ihre Heimat zurückgeschickt werden soll. Nachtkritiker Georg Kasch leidet voll mit, und das vor allem wegen der schauspielerischen Leistung von Medea-Sängerin Elena Stikhina: "Sicher könnte man sich gerade am Ende […] Bürgerliche umzudeuten. Dass es dabei eher dürftig qualmt und gar nicht rumst, ist nicht so arg. Denn für die heftigsten Eruptionen sorgen an diesem Abend ohnehin die Wiener Philharmoniker." Stone lässt Medea auch mehrmals im Dunkeln auf den Anrufbeantworter Jasons sprechen. Für Standard-Kritiker Ljubiša Tošić sind das "intime Szenen als psychologische Studien, welche die kraftvoll und impulsiv singende […]
Efeu 27.03.2019 […] Breth einmal anatomisch beschrieben: Sie laufen mit offenen Fontanellen herum!" In der FAZ plädiert die Schriftstellerin Nino Haratischwili dafür, wieder Hans Henny Jahnns düstere Bearbeitung der "Medea" auf die Bühne zu bringen: "Das Stück zwingt uns, in das Gesicht der Barbaren zu blicken, nämlich in unser eigenes. Denn wie Jahnn selbst zu sagen pflegte: 'Wir Menschen sind alle durch die Menschheit […] Besprochen werden Stefan Bachmanns Shakespeare-Blend "Rom" am Hamburger Thalia Theater (bei der sich SZ-Kritiker Till Briegleb vor allem für den Schauspieler Thomas Niehaus begeistert), Aribert Reimanns "Medea" am Aalto-Theater Essen (NMZ) und David Littles Kennedy-Oper "JFK" in Augsburg (NMZ). […]
Efeu 22.12.2018 […] Szene aus "Medea". Copyright Georg Soulek/Burgtheater Laut lachend, dabei doch stets den "unmittelbaren Kickpass ins Bodenlose" spürend hat sich Nachtkritiker Reinhard Kriechbaum Simon Stones deutschsprachige Erstaufführung der "Medea" mit einer grandiosen Caroline Peters am Wiener Burgtheater angesehen: "Stone hat sich von Bob Cousins eine gleißend weiße, völlig leergeräumte Bühne bauen lassen, […] Ronald Pohl im Standard die Inszenierung, in der Medea - hier: "Anna" - als Forscherin in einem Pharmazielabor ihren Mann aufgrund einer Affäre vergiftet und schließlich ruhiggestellt mit Sedativa in ihre dysfunktionale Familie zurückkehrt: "In der Burg, wo Stone ein vier Jahre altes Regiekonzept überarbeitet und neu aufgesetzt hat, muss man Medeas Rache nicht kalt genießen, sondern vorgewärmt, lau […] lau temperiert mit dem Tauchsieder der Alltagsvernunft." Medea als "Vorabendserie" und das Bühnenbild wie "Ikea nach dem Schlussverkauf", stöhnt auch Jan Küveler in der Welt und möchte gleich die Debatte über das bürgerliche Trauerspiel ganz neu aufrollen: "Wenn dann noch die erste Feministin Medea, magiebegabte Hexe, Nichte der Kirke und der Pasiphae und also Cousine des Minotaurus, vor Wut rasend […]