Stichwort

Nepszabadsag

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9punkt 11.02.2017 […] Die ungarische Zeitung Népszabadság, einst Parteiblatt, zuletzt die wichtigste Stimme einer verbleibenden freien Presse in Ungarn, wurde vor vier Monaten endgültig zugemacht. In der taz erzählt der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Gergely Márton, dass die Redakteure bis zuletzt Korruptionsgeschichten recherchiert haben, denn ein Regime wie das Orbans muss sich ergebene Oligarchen schaffen. […] "Vor allem aber werden die europäischen Fördergelder missbraucht. Man kann schreiben, dass deutsche SteuerzahlerInnen die Einstellung von Népszabadság mitfinanziert haben. Es hört sich populistisch an, ist aber die Wahrheit. Ungarn ist nach Polen der zweitgrößte Profiteur des europäischen Strukturfonds. Das Geld fließt in große Infrastrukturprojekte. Dort versickern unheimliche Summen in den Taschen […]
Magazinrundschau 02.12.2016 […] von Népszabadság, der wichtigsten Stimme der ungarischen Opposition, bieten einige wenige, bisher eher marginale Wochenzeitungen wie 168 óra (168 Stunden) und Vasárnapi hírek (Sonntagsnachrichten) Intellektuellen, die zuvor im Wochenendmagazin von Népszabadság publizierten, ein Forum. So schreibt der Schriftsteller György Spiró in 168 óra über seine persönlichen Erinnerungen an Népszabadság. "Ich […] "Ich musste an mein Drama 'Quartett' denken. Da geht ein Arbeiter nach der Wende in die Bibliothek, um aus den alten Ausgaben von Népszabadság die wichtigen Artikeln handschriftlich zu kopieren, weil er überzeugt ist, dass alle Exemplare entfernt werden und nur seine Kopie übrigbleibt. Das Stück schrieb ich 1995. (...) Ich wusste genau, dass die Vergangenheit genau in dem Augenblick ausgelöscht wird, in […] in der Lage sein wird, und doch wollte ich davon keine Kenntnis nehmen: darum ist die Figur tragikomisch, nicht tragisch. Auch ich machte mir in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten Illusionen...  Népszabadság, deren Zeilen (und was dazwischen lag) wir so aufmerksam lasen, die aus der ungarischen Pressegeschichte und aus unserem Leben nicht wegzudenken ist, erwies sich als auslöschbar. (...) Die Anstrengungen […]
9punkt 11.10.2016 […] Schwerpunkt Népszabadság (Letztes Titelblatt von Népszabadság.) Am Samstag den 9. Oktober 2016 erschien (zumindest vorläufig) die letzte Ausgabe der auflagenstärksten ungarischen Tageszeitung Népszabadság. Nach einem geplanten Umzug der Redaktionsräume wurde den Mitarbeitern der Zugang zu den neuen Büros durch die Eigentümerin und Herausgeberin Mediaworks verwehrt. Mediaworks, das von der öster […] HVG: "Ja, die Einstellung von Népszabadság als Zeitung ist ein finsterer Meilenstein auf dem Weg, an dessen Ende das vollständige Dahinsiechen der Freiheit der ungarischen Presse steht. (…) Die konkrete Geschichte handelt nicht von Wirtschaftlichkeit oder Marktlogik, sondern von Macht und ihren Kammerdienern. (…) Unsere Solidarität mit den Mitarbeitern von Népszabadság ist groß - aber die größten Verlierer […] davon aus den Nachrichten erfährt, dann handelt es sich nicht um wirtschaftliche Motive, sondern um eine politische Aktion. Die Gleischaltung von Népszabadság stand seit Jahren auf der Tagesordnung. (...) Niemand sollte sich Illusionen machen, Népszabadság ist nicht das letzte Ziel. Trotzdem: niemand sollte vor Angst schlottern. Die ungarische politische Geschichte kennt kaum einen feigeren Politiker […]