Stichwort

Rasse

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9punkt 16.07.2020 […] Wissenschaftlich neutral war der Begriff der "Rasse" in Deutschland nie, schreibt der Philologe Horst Dieter Schlosser in der FR mit Blick in die Wissenschaftsgeschichte: "Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an zeichnet sich zunächst durch das Bemühen vornehmlich von Medizinern und Völkerkundlern aus, ihre Befunde so objektiv wie möglich zu […] Dabei zeigt sich aber auch schon früh, dass die Sichtweise zumindest immanent europazentriert und selten ohne Werturteile ist, etwa wenn die europäischen Populationen einer 'kaukasischen' = 'weißen' Rasse - im übrigen unter Einbeziehung der Semiten - zugeordnet und ihnen Vorzüge vor allen anderen zugeschrieben werden." […]
9punkt 08.07.2020 […] Schwarz steht für das Teuflische, Animalische, Böse. Weiß dagegen für das Göttliche, Überlegene, Gute. Von hier war es nur ein kleiner Schritt zu der ebenso simplen wie fatalen Logik: es gibt eine 'weiße Rasse' - und diese ist allen anderen überlegen. Das erforderte einen krassen Abstraktionsprozess; menschliche Komplexionen bewegen sich in Nuancen verschiedener Beige- und Brauntöne und niemand war je weiß […] nach einer radikal neuen Regelung, sondern nach einer Rückkehr zum Status quo ante vor Trump, vor Brexit, der für sie sehr gut funktionierte. Weniger gut lief es natürlich für die Arbeiterklasse aller Rassen, die die Hauptlast ihres bevorzugten Policy-Mix trug: offene Grenzen, Freihandel ohne Grenzen, ein aggressiver kultureller Liberalismus, der Tradition und Gemeinschaft zersetzte, eine technokratische […]
9punkt 01.07.2020 […] hätten also gerade jene Länder, die die Sklaverei am intensivsten betrieben haben, wenigstens einen fortschrittlichen Begriff von "Rasse"?! Tilgt man das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz, bleiben immer noch die transnationalen Diskriminierungsverbote wegen der "Rasse" - in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, in der Grundrechtscharta der EU oder der Europäischen Menschenrechtskonvention […] Es sei keineswegs eindeutig, "dass der deutsche Verfassungsgeber 1949 den inhumanen NS-Gehalt von 'Rasse' übersehen und damit dem Gleichheitssatz einen unheilbaren Makel aufgebürdet hat. Ist es nicht mindestens ebenso plausibel, dass die parlamentarischen Autoren seinerzeit den alten Wortlaut 'Rasse' bewusst übernommen haben, um ihn gegen seine historisch-barbarische Intention in Stellung zu bringen […] Die Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin Natasha A. Kelly hält es in der taz für abwegig, den Begriff "Rasse" aus dem Grundgesetz zu streichen und kritisiert, dass dieser Vorschlag mal wieder von Weißen gemacht wurde: "Den Vorteil, den wir Schwarzen Sozialwissenschaftler*innen gegenüber den Jurist*innen haben, ist, dass wir das englischsprachige Wort race verwenden, was beispielsweise ermöglicht […]
9punkt 17.06.2020 […] Afrika gehe es eben anders zu." Den Begriff 'Rasse' aus dem Grundgesetz zu streichen, findet Arno Widmann in der FR durchaus überfällig (unser Resümee). Klar, wenn es keine Rassen gibt, kann aber niemand aufgrund seiner Rasse benachteiligt werden. Aber warum soll der Begriff dann ein Satz weiter wieder eingeführt werden? "Es wäre vernünftig, das Wort 'Rasse' einfach aus dem Artikel 3 zu streichen. Es […] hilft zum Beispiel das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung vom 7.3.1966. Der Begriff der 'Rassendiskriminierung' wird dort verstanden als 'jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein g […]
9punkt 12.06.2020 […] haben Recht - das Entfernen von Statuen löscht die Geschichte aus. Deshalb ist auch Hitler völlig in Vergessenheit geraten.'" 2010 gab es erstmals einen Vorstoß der Linkspartei, den Begriff der "Rasse" aus Artikel 3 des Grundgesetzes zu streichen, nun ziehen die anderen Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der AfD nach, meldet Lenz Jacobson auf Zeit Online. Strittig ist die Frage, was man stattdessen […] verbieten lassen will. Schließlich dürfe der Schutz für Betroffene von rassistischer Diskriminierung nach dem Grundgesetz auch nicht verschlechtert werden. Das wäre insbesondere der Fall, wenn der Begriff 'Rasse' einfach nur gestrichen würde." "Der symbolische Kniefall neueren Datums ist keine Demutsgeste, sondern eine Chiffre des Protests", schreibt Sieglinde Geisel in dlf kultur über den ursprünglich von […]