Stichwort

Sklaverei

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Magazinrundschau 09.02.2021 […] betrunkener Briten im Ausland. Der Wirtschaftshistoriker Padraic Scanlan betont in seinem "Slave Empire" unter anderem, dass sich mit der Abschaffung der Sklaverei die Lage der Schwarzen nicht unbedingt verbesserte: "Die Abschaffung der Sklaverei beendete nicht das gigantische System aus Handel und Ausbeutung, das sie hervorgebracht hat. Im Gegenteil, es sollte sich perfektionieren. Die britische Regierung […] Regierung bezahlte kolossale Summen, um Sklavenbesitzer zu entschädigen - aber nichts an die verklavten Menschen selbst. Diese wurden stattdessen von dem Gesetz, das die Sklaverei abschaffte, gezwungen, weiterhin etliche Jahre auf den Plantagen zu arbeiten, als unbezahlte 'Lehrlinge'. Die Abolitionisten glaubten, dass befreite Sklaven härter arbeiteten und die Plantagen profitabler machen würden. Als […] gen Vertragsarbeiter aus China, Indien und Afrika eingeschifft, um ihren Platz einzunehmen - wie auch zu zahllosen anderen neuen Plantagen in aller Welt. Freie Arbeit und freier Handel waren mit Sklaverei nicht vereinbar, sehr wohl aber mit fortgesetzter Ausbeutung und dem globalem Verschieben schlechtbezahlter Arbeiter." […]
9punkt 25.11.2020 […] weitaus bedeutendere transatlantische Sklaverei in irgendeiner Weise zu relativieren. Sie in Erinnerung zu rufen, ergibt aber Sinn, um einer ideologischen und voreingenommenen Sicht auf dieses überaus komplexe Phänomen etwas entgegenzusetzen. So weist die Versklavung von hellhäutigen und christlichen Bewohnern des Mittelmeerraums darauf hin, dass die Sklaverei in der frühen Neuzeit nicht von Anfang […] Dass auch Europäer Opfer von Sklaverei geworden sind, scheint kaum jemanden zu interessieren, wundert sich Beat Stauffer in der NZZ mit Blick auf die "Raubzüge von Piraten aus den sogenannten Barbareskenstaaten, den osmanischen Regentschaften Algier, Tunis und Tripolis und dem Sultanat Marokko, die laut dem amerikanischen Historiker Robert C. Davis zwischen 1530 und 1780 gut eine Million Europäer versklavt […]
Magazinrundschau 23.11.2020 […] die sich nicht festnageln lassen. Gonzalez zeigt in aller Klarheit, meint Bhatia, wie falsch die Entscheidung von Haitis großem Revolutionär Toussaint Louverture war, auch nach der Abschaffung der Sklaverei an der Plantagenwirtschaft festzuhalten: "Die Landarbeiter wurden nach wie vor als Eigentum des Staates betrachtet. Selbst nach der Unabhängigkeit 1804 waren die Lebensbedingungen so drakonisch, dass […] Christophe waren allesamt selbst Sklaven gewesen. Trotzdem trieben die Aufseher die Landarbeiter gewaltsam an. Wer zu behaupten wagte, dass auch eine Rute eine Peitsche sei oder das neue Agrarsystem der Sklaverei ähnelte, konnte auf Louvertures Anordnung hin verhaftet werden. Und während Louverture einerseits um die Rückkehr weißer Plantagenbesitzer warb, konsolidierte er andererseits seine Macht auf Santo […] die meisten Haitianer machte es keinen Unterschied, ob die Plantagenbesitzer schwarz, weiß oder gemischt waren, ob sie sich für französisch, britisch oder haitianisch hielten, oder ob das System Sklaverei, Landarbeit oder militarisierte Landwirtschaft hieß. Es kam darauf an, nicht mehr Teil davon zu sein." […]