Stichwort

Systemtheorie

10 Presseschau-Absätze
9punkt 06.12.2017 […] In der NZZ fragt Norbert Bolz zum neunzigsten Geburtstag des Gesellschaftstheoretikers Niklas Luhmann: Was bleibt? Die Systemtheorie natürlich, auch wenn die mit dem Menschen ihre Schwierigkeiten hatte. Aber damit war Luhmann in der Soziologie keine Ausnahme: "'Der Mensch' erwies sich für die Soziologie schon früh als zu unscharfer Begriff - er wurde deshalb von Max Weber durch 'Handlung' ersetzt. […] Aber auch der Begriff 'Handlung' erwies sich dann als zu unscharf und wurde von Luhmann durch 'Kommunikation' ersetzt. Die Humanität seiner Systemtheorie bewährt sich nun aber gerade in diesem methodischen Antihumanismus. Denn nur eine radikal antihumanistische Theorie kann konkrete Individuen ernst nehmen. Die Austreibung des Menschen aus der Soziologie schafft Platz für die vielen konkreten Individuen […]
Feuilletons 28.11.2002 […] Güntner kommentiert den Aufstand der deutschen Publizisten gegen die Bundesregierung. "Zu den intellektuellen Opfern, die derzeit stillschweigend gebracht werden, zählt an vorderster Stelle die Systemtheorie. In den glücklichen Tagen ökonomischer Prosperität galt Niklas Luhmann im 'FAZ'-Feuilleton als höchste soziologische Autorität. Jetzt sind die Zeiten schlecht, der Meister ist tot, seine Lehre scheint […] mit Luhmann entfiele "die Möglichkeit, aus der Regierung einen Prügelknaben für schiefe Wirtschaftslagen oder gar für eine gesamtgesellschaftliche Misere zu machen", meint Güntner. (Nie wieder Systemtheorie in deutschen Feuilletons? Das wäre fast jede Wirtschaftskrise wert!) Die 66jährige Schriftstellerin A.S. Byatt schaffte in den neunziger Jahren ihren Durchbruch mit dem Roman "Besessen", dessen […]